Bibliographic Metadata

Title
Der Beginn neuer Perspektiven : Zukunftsweisende Entwicklungen und Ausprägungen des österreichischen Kindergartenwesens in der Zweiten Republik
Additional Titles
The Origin of New Perspectives Trend-setting developments and characteristics of the Austrian kindergarten system during the Second Republic
AuthorAlbrecher, Juliana
Thesis advisorRösler, Katharina
Published2018
Date of SubmissionJuly 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Schlüsselbegriffe / Agnes Niegl / BAfEP / BAKI / Bundesministerium für Unterricht / Margarete Schmaus / Margarete Schörl / Schörl-Pädagogik
Keywords (EN)Keywords / Agnes Niegl / BAfEP / BAKI / Margarete Schmaus / Margarete Schörl / Schörl-Pädagogik
Restriction-Information
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Classification
Abstract (German)

Kurzfassung

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit richtungsweisenden Themengebieten entlang der Bildungs- und Gesellschaftspolitik der Nachkriegszeit ab dem Jahre 1945. Den Rahmen dafür bildet ein von Agnes Niegl verfasstes Dokument zu einer Konferenz der UNESCO 1953. Das Forschungsinteresse bezieht sich auf die Frage: Welche politischen und gesellschaftlichen Einflussfaktoren prägten das österreichische Kindergartenwesen in der Zweiten Republik nachhaltig und wie wandelte sich dadurch der Stellenwert des Kindergartens als Institution? Im Fokus der vorliegenden Arbeit stehen die Entwicklung des Kindergartens von einer sozialbedürftigen familienersetzenden zu einer familienergänzenden Institution sowie das Ausbildungs- und Fortbildungswesen, worauf Niegl über das Bundesministerium für Unterricht einen beachtlichen Einfluss nahm. Es manifestierte sich die Haltung, dass jedes Kind ein Recht auf Bildung und Erziehung hat, vor allem diejenigen Kinder, die in einer Familie oder Region mit geringem Bildungsangebot leben. Niegls Bemühungen konzentrieren sich auf die Methodik von Bildungsinhalten, welche sich an den kindlichen Bedürfnissen orientieren. Weiters werden im Hinblick auf neue Perspektiven in der Bildungsoffensive die Schörl-Pädagogik, die sozialpädagogischen Ansätze von Margarete Schmaus und der Bildungs- und Erziehungsplan der Caritas näher erläutert. Es werden Querverbindungen zur katholischen Kirche gezogen, die den christlich-religiösen Aspekt in der Kindergartenpädagogik und in der Ausbildung zur KindergartenpädagogIn und HorterzieherIn im Allgemeinen verdeutlichen sollen. Zum Ausdruck gebracht wird die Trägheit in der Erlassung von Frauen- und Familienrechten. Zudem wird aufgezeigt, mit welchen Anstrengungen es verbunden war, als Frau in der Politik Fuß zu fassen. Über die 1968er-Bewegung wird herausgearbeitet, dass in Österreich nach dem Weltkrieg die starren Strukturen in Religion, Gesellschaft und Politik Notstände aufwiesen und nicht für alle eine ideale Lebensweise darstellten. Es folgten Aufstände, um eine Wehrposition einzunehmen und Entwicklungsschritte mit aller Kraft voranzutreiben. In dieser Zeit entstehen kollektive Kinderläden. Die PädagogInnen setzen sich in einer hohen Intensität mit dem eigenen und dem fremden moralischen Weltbild auseinander, um bedürfnisorientiert mit den Kindern in Interaktion treten zu können.

Abstract (English)

Abstract

This Bachelor thesis is concerned with trend-setting topics alongside educational and social policies of the Austrian postwar period starting from the year 1945. The framework is constituted of a document of the UNESCO conference 1953 penned by Agnes Niegl. This research deals with the following question: Which political and social factors of the Second Republic strongly influenced the Austrian kindergarten system and how did the significance of the kindergarten as an institution change?

The focal point of the thesis at hand is the development of the kindergarten from a family compensating to a family complementing institution as well as the education and further training system which is substantially influenced by Niegl via the Federal ministry of Education. The attitude became manifest that each child is entitled to learning and education, especially those who live in families or regions with scarce learning opportunities. Niegl´s efforts concentrate on the methods of conveying the curriculum in a child centered way.

Furthermore the theory of Schörl and the social pedagogical approach of Margarete Schmaus as well as the education plan of Caritas will be illustrated with regard to new approaches during the campaign for a better education. Interconnections to the Roman Catholic Church will be drawn and so make clear the Christian-religious aspect in kinder-garten pedagogy and the education of kindergarten and afternoon care teachers generally.

The inaction concerning remissions for family and women laws is being expressed as is the great effort it took to gain ground in politics as a woman. Concerning the 1968ies this thesis carves out that in postwar Austria rigid patterns in religion, society and politics lead to problems and do not represent an ideal way of living for everybody. Riots to take a position of resistance with the aim to vigorously promote progress ensued. During this time collective Kinderläden (antiauthoritarian children´s nursery) emerge. To be able to interact with children oriented towards their needs, kindergarten teachers intently look into their own and different moral views of the world.