Bibliographic Metadata

Title
Sprachlos : Wenn mich keiner hört, verlieren Worte die Bedeutung: Eine Einzelfallstudie über selektiven Mutismus als Affektregulationsstrategie von „still leidenden“ Kindern in der Eingewöhnung
Additional Titles
Speechless If nobody hears me, words lose their meaning: A single case study on selective mutism as an affect regulation strategy of "still suffering" children in transition.
AuthorBauernhofer, Bettina
Thesis advisorFürstaller, Maria
Published2018
Date of SubmissionJuly 2018
LanguageGerman
Document typeBachelor Thesis
Keywords (DE)Eingewöhnung / Elementarpädagogik / Kindliche Trennungserfahrungen / Still leidende Kinder / Beziehungs- und Interaktionsprozesse / Affekt / Affektregulation / Psychodynamische Prozesse / Selektiver Mutismus
Keywords (EN)acclimatisation / elementary pedagogy / Childhood separation experiences / Still suffering children / Relationship and interaction processes / affect / affect regulation / Psychodynamic processes / Selective mutism
Restriction-Information
 _
Classification
Abstract (German)

Kurzfassung

Die vorliegende Bachelorarbeit widmet sich Affektregulationsstrategien „still leidender“ Kinder in der Eingewöhnungsphase. Dabei soll zentral die Wechselwirkung zwischen Affektregulation und Interaktions- und Beziehungsprozessen für das Kind beleuchtet werden. Selektiver Mutismus wird dabei als Zeichen „stillen Leidens“ erörtert und folglich als Konsequenz misslungener Eingewöhnung in den Blick genommen. Die Ausgangslage bildet der Fall eines dreijährigen Bubens, der nach einem fünfwöchigen Eingewöhnungsprozess verstummte. Anhand wissenschaftlicher Theorien werden bedeutsame Aspekte aufgezeigt und anschließend zur Fallanalyse angewandt. Das Phänomen selektiver Mutismus wird unter Berücksichtigung von Herausforderungen der Eingewöhnung und der damit verbundenen Trennungsbewältigung, welche unweigerlich Affekte im Kind auslöst, theoretisch aufgearbeitet und im Rahmen einer Fallanalyse vertiefend behandelt. Dabei soll verdeutlicht werden, dass Kinder in diesem Alter auf Hilfe zur Affektregulation angewiesen sind. Die dafür notwendigen Kompetenzen erlangt das Kind über co-regulierende Erfahrungen, welche es in Beziehungen mit vertrauten Personen macht. Fachkräfte stehen vor der Herausforderung, Kinder bei der Trennungsbewältigung zu unterstützen. Hierfür müssen sie in der Lage sein auch stille Zeichen des Trennungsleides erkennen zu können, um darauf basierend containend damit umgehen zu können. An dieser Stelle soll deutlich gemacht werden, dass Interaktion seitens der Fachkraft eine dringende Notwendigkeit im Beziehungsaufbau mit dem Kind darstellt, um diesem das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln und Exploration zu ermöglichen.

Die daraus resultierenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass die versagende Umwelt, welche fast feindlich auf das Kind wirkt, das Verstummen des Kindes auslöst. Pädagogische Konsequenz wäre in diesem Zusammenhang eine Überprüfung der Interaktions- und Beziehungskompetenzen von Fachkräften und flächendeckende Fortbildungen diesbezüglich.

Abstract (English)

Abstract

This bachelor thesis is dedicated to the strategies of affect regulation of "still suffering" children in the transition phase. The interaction between affect regulation and interaction and relationship processes for the child is to be examined centrally. Selective mutism is discussed as a sign of "silent suffering" and consequently taken into focus, as a consequence of unsuccessful transition. The starting point is, the single case of a three-year-old boy who fell silent after a five-week transition process. Important aspects are identified on the basis of scientific theories and then applied for single case analysis. The phenomenon of selective mutism is investigated theoretically and treated in depth in the context of a case analysis, taking into account the tasks of acclimatisation and the associated coping with separation, which inevitably triggers affects in the child. It should be made clear that children at this age are dependent on help to regulate affects. The child acquires the necessary skills for this through co-regulating experiences in relationships with trusted persons. Professionals face the challenge of helping children cope with separation. For this they must also be able to recognize silent signs of the suffering of separation in order to be able to deal with it containing it. At this point it should be made clear that interaction on the part of the professional is an urgent necessity in establishing a relationship with the child in order to provide the child with a feeling of safety and comfort and to facilitate exploration.

The outcomes indicate that the failing environment, which is almost hostile to the child, triggers the child's silence. The pedagogical consequence in this context would be a review of the interaction and relationship skills of experts and comprehensive further training in this regard.