Titelaufnahme

Titel
Familienrat – Erschließung eines neuen Anwendungsgebietes : Versorgungsfragen von älteren Familienmitgliedern mit Unterstützungsbedarf
VerfasserSchäfer, Margit
Begutachter / BegutachterinHaberhauer, Judith ; Haselbacher, Christine
Erschienen2016
Umfang110 Seiten
Datum der AbgabeDezember 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Familienrat / Alte Menschen / Pflegende Angehörige / Unterstützungsbedarf / Pflegebedürftigkeit / Selbstbestimmung / Soziale Netzwerke / Soziale Unterstützung / Empowerment / Lebensweltorientierung
Schlagwörter (EN)Family Group Conference / Old Age / Family Carers / Need of care / Self Determination / Social Network / Social Support / Empowerment
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der Sozialen Arbeit gewinnt die Arbeit mit alten Menschen aufgrund des demographi-schen Wandels und der damit verbundenen Veränderungen in der Gesellschaft zuneh-mend an Relevanz. Dennoch weist die Soziale Arbeit entgegen anderen Professionen wie Medizin oder Pflege mit der Zielgruppe noch wenige Berührungspunkte auf. Obwohl nicht unbedingt gilt, dass jüngere Menschen gesünder als ältere sind, weiß die Wissenschaft über eine Zunahme von Krankheiten im Alter zu berichten. Der Unterstützungsbedarf in der Alltagsbewältigung sowie das Risiko, hilfe- und pflegebedürftig zu werden, steigen mit dem fortschreitenden Alter des Menschen an. Der überwiegende Teil dieser Menschen wird in Österreich von nahen Familienmitgliedern, insbesondere von Frauen, betreut und gepflegt. Ohne diese informellen Netzwerke und die Betreuungsbereitschaft durch Familien könnte eine Versorgung der Alten der Gesellschaft nicht gewährleistet werden.

Ein Verfahren der Sozialen Arbeit, das grundlegendes Vertrauen in die bestehenden Deutungs- und Handlungsmuster eines informellen Netzwerks legt, ist der Familienrat. In einem Familienrat ist es möglich, die Last der Verantwortung von Problemen auf viele Schultern zu verteilen und sie an jenen Orten und in einer Vorgangsweise und Sprache zu lösen, die Anschluss an die Lebenswelt der TeilnehmerInnen findet.

In der Forschung wird der Frage nachgegangen, aus welchem Bedarf heraus das Verfah-ren Familienrat, das bislang in Österreich in der beforschten Zielgruppe nicht weit verbrei-tet angewendet wird, in bestehende Angebotsstrukturen für alte Menschen und pflegende Angehörige implementiert werden soll. Auf Basis von leitfadengestützten Interviews wurde der Bedarf in den professionellen Hilfsangeboten für die Zielgruppe beschrieben. Die Erkenntnisse aus den Interviews wurden einer ausführlichen Analyse nach dem theoreti-schen Kodierverfahren nach Strauss/ Corbin unterzogen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Verfahren Familienrat Anschluss an einige der in dieser Arbeit beschriebe-nen Bedarfe findet.

Die Handlungsempfehlungen fallen vielfältig aus, wobei allgemein festgehalten werden kann, dass ein Ausbau und eine Differenzierung der Angebote in der Sozialen Arbeit mit alten Menschen und pflegenden Angehörigen dringend empfohlen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

As there is an increasing number of elder people facing a decreasing number of younger people caused by shrinking birth rates, Austria among other countries faces a so called demographic change. In the light of this development society is faced with new challenges on different levels. Social work as profession which deals with social problems in various fields is invited to find its place in the field of elder care beside the professions medicine and care.

Talking about elder people not necessarily means to talk about need for care, but with old age people get more vulnerable and problems on the biological, psychological and social dimension appear more frequently. Data show that the majority of people in need of care are provided help by family members, especially by women, in their own homes. Without the informal help provided by families the social welfare system for elder people in need of care would collapse.

This thesis tries to identify the needs in the system of professional help that justify the implementation of family group conferences in questions concerning problems regarding the need of care of elder people and their family carers. In Austria so far family group conference decision making is not applied concerning elder people in need of care. A family group conference is a process including the wider family to take over responsibility for their own belongings and make decisions within their environment. The family group conference aims to empower people to get rid of problems while they share their burden within the network.

The collected data were analyzed by the method described by Strauss/ Corbin and pro-vided information to describe the social need in that field. On the basis of the analyzed data it shows that family group conference decision making is able to face some of the described needs. An extension of social work in that field can be highly recommended.