Titelaufnahme

Titel
Der Kommissionär als ständiger Vertreter im innerstaatlichen Recht und als abhängiger Vertreter im Abkommensrecht
VerfasserMarchhart, Birgit
GutachterHack, Doris ; Schwaiger, Martin
Erschienen2017
Umfangix, 99 Blatt
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2017
Datum der AbgabeMai 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Vertreterbetriebsstätte / Kommissionär / abhängiger Vertreter / unabhängiger Vertreter / BEPS-Action 7 / § 98 Abs. 1 Z 3 EStG / Art. 5 Abs. 5 OECD-MA / Art. 5 Abs. 6 OECD-MA / beschränkte Steuerpflicht / Gewinnverlagerung
Schlagwörter (EN)commission agent / two taxpayer approach / one taxpayer approach / dependent agent / independent agent / permanent establishment / BEPS-Action 7 / Art. 5 para 5 OECD-MTC / Art. 5 para 6 OECD-MTC / limited tax liability / profit shifting
URNurn:nbn:at:at-fhcw:1-132 Persistent Identifier (URN)
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Der Kommissionär als ständiger Vertreter im innerstaatlichen Recht und als abhängiger Vertreter im Abkommensrecht [0.81 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit analysiert das bisher bestehende Konzept der Vertreterbetriebsstätte, einer Ergänzung zum Tatbestand der allgemeinen Betriebsstätte, wobei sowohl auf die innerstaatlichen Regelungen als auch auf jene des Abkommensrechts Bezug genommen wird. Es wird beurteilt, ob ein Kommissionär für seinen Kommittenten eine Vertreterbetriebsstätte nach derzeit geltender Rechtslage begründen kann und welche Konsequenzen sich aufgrund einer möglichen Neuformulierung des Abkommensrechts durch BEPS-Action 7 ergeben können.

Auf Basis einer Literaturrecherche wird unter anderem analysiert, wie die österreichische Finanzverwaltung den Begriff des ständigen Vertreters iSd § 98 Abs. 1 Z 3 EStG auslegt und ob nach innerstaatlichem Recht der Kommissionär einen ständigen Vertreter darstellen kann, der in weiterer Folge zur beschränkten Steuerpflicht für den Kommittenten führt. Darüber hinaus werden auch internationale Judikate zur Problematik der Vertreterbetriebsstätte durch Bestellung eines Kommissionärs analysiert. Um ein besseres Verständnis für die Problematik eines Kommissionärs, der im eigenen Namen und damit als indirekter Stellvertreter auftritt, und der möglichen Begründung einer Vertreterbetriebsstätte zu schaffen, wird auf das Zusammenspiel von abhängigen und unabhängigen Vertretern iSd OECD-MA Bezug genommen. Die zentrale Fragestellung ist, wie sich eine mögliche Neuformulierung der Definition der Vertreterbetriebsstätte im Abkommensrecht auf den Begriff des ständigen Vertreters der Republik Österreich auswirken kann und ob ein Kommissionär zukünftig, sowohl in Civil als auch Common Law Staaten, zur Begründung einer Vertreterbetriebsstätte führen kann.

Abschließend wird festgestellt, dass zukünftig auch in Civil Law Staaten ein Kommissionär eine Vertreterbetriebsstätte begründen kann, sofern BEPS-Action 7 in die bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen übernommen wird. Bisher war die indirekte Stellvertretung, wie sie der Kommissionär verkörpert, auch schon in Common Law Staaten betriebsstätten-begründend, wodurch die Neufassung einen Gleichklang erzeugt. Für das österreichische Etragsteuerrecht bedeutet die Neufassung keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, da die innerstaatliche Regelung vom Gegenstand der Neufassung nicht betroffen ist und die bisherige Ansicht der Finanzverwaltung in der Neufassung iSd BEPS-Action 7 Deckung findet. Eine engere Begriffsauslegung, die zu einer eventuellen doppelten Nichtbesteuerung führen würde, scheint somit nicht denkbar.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis analyses the current concept of the dependent agent as a permanent establishment based on both the domestic Income Tax Act and in Tax Treaty Law in addition to the permanent establishment according to Art. 5 para 1 and 2 OECD-MTC. It is discussed whether a commission agent can establish a permanent establishment for his principal. Furthermore, possible changes in tax treaties caused by BEPS-Action 7 are analysed.

Firstly, the Austrian Tax Authoritys interpretation of the permanent establishment is shown by conducting a review of current literature. Based on the literature research, it is analysed whether a commission agent can be qualified as a constant representative, who ultimately triggers a limited tax liability for the principal. Secondly, international judgments are reviewed and the underlying differences in legal interpretations and hence different decisions are discussed. To clearly show the underlying problems in classifying a commission agent as a permanent establishment of the principal the connection between dependent and independent agents in terms of the OECD-MTC are elaborated. The fundamental question, whether a commission agent can establish a permanent establishment in civil and common law states in the future, is addressed by analysing the final version of the revised Art. 5 para 5 and 6 OECD-MTC modified by BEPS-Action 7.

The main conclusion of this thesis is that based on future amendments to tax treaties the commission agent can establish a permanent establishment for his principal also in civil law states and not only in common law states. This qualification results from the agents activities, which involve the foreign principal in domestic business activities. In this context it does not matter, whether the involvement results from direct or indirect representation. Ultimately, BEPS-Action 7 harmonizes the legal opinions of civil and common law states. In addition, BEPS-Action 7 does not call for an adaption of the Austrian Income Tax Act as the Austrian Tax Authoritys current legal opinion is confirmed. Finally, it can be concluded that the Austrian Tax Authoritys interpretation, whether a commission agent constitutes a permanent establishment for his principal, is not more restrictive than the corresponding interpretation according to BEP-Action 7. Therefore, the risk of double non-taxation is mitigated in the future, if the proposed measures of BEPS-Action 7 are implemented in tax treaties.