Titelaufnahme

Titel
Latente Steuern nach dem RÄG 2014 : Auswirkungen im Einzel- und Konzernabschluss einschließlich der Behandlung von Verlustvorträgen
VerfasserSchabl, Stephanie
Betreuer / BetreuerinChristian, Dieter ; Fuchs, Hubert
Erschienen2017
Umfangviii, 101 Blatt
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2017
Datum der AbgabeMai 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Latente Steuern / Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014 / Verlustvorträge
Schlagwörter (EN)Deferred Taxes / Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014 / Loss Carryforwards
Schlagwörter (GND)International Financial Reporting Standards / Bilanzrecht
URNurn:nbn:at:at-fhcw:1-186 Persistent Identifier (URN)
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Latente Steuern nach dem RÄG 2014 [1.36 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den, durch das Inkrafttreten des Rechnungslegungs-Änderungsgesetzes 2014 (RÄG 2014) entstandenen Neuerungen im Bereich der Bilanzierung von latenten Steuern im Einzel- und Konzernabschluss nach dem Unternehmensgesetzbuch (UBG). Durch die Modernisierung und Anpassung an internationale Rechnungslegungsvorschriften ergibt sich eine umfassende konzeptionelle Änderung für Geschäftsjahre die nach dem 31. Dezember 2015 beginnen.

Im Zuge dieses Paradigmenwechsels haben sich vor allem durch die Umstellung auf das Konzept der temporären Differenzen („temporary concept“) Änderungen für die Ermittlung von Steuerlatenzen ergeben. Im Gegensatz dazu wurde diese Umstellung in Deutschland bereits im Jahr 2010 mit Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes eingeführt. Mithilfe einer umfangreichen Literaturrecherche werden in der Arbeit die Auswirkungen des RÄG 2014 auf die Bilanzierung latenter Steuern im Einzel- und Konzernabschluss behandelt und im Weiteren wird auf das Sonderthema der Behandlung von Verlustvorträgen näher eingegangen.

Neben der Einführung einer Aktivierungspflicht für aktive latente Steuern für mittelgroße und große Gesellschaften wurden weiters im Unterschied zur deutschen Rechtslage drei umfangreiche Bilanzierungsverbote für latente Steuern in Anlehnung an die International Financial Reporting Standards gesetzlich geregelt.

Darüber hinaus ergibt sich durch das eingeführte Wahlrecht bezüglich der Aktivierung von aktiven latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen für Unternehmen unabhängig der Größenklasse, eine durchaus weitgreifende Auswirkung auf den Jahresabschluss und schließlich auch auf die Aussagekraft für Bilanzleser.

Das Wahlrecht im Zusammenhang mit Verlustvorträgen stellt sich für Unternehmen mit hohen Verlustvorträgen als besonders anziehend dar, da es durch die Möglichkeit der Aktivierung das Bilanzbild wesentlich verbessern kann und schließlich einen positiven Eigenkapitaleffekt bewirkt. Jedoch wird hier vom Gesetzgeber eine Schranke vorgesetzt, welche die Aktivierung dieser Verlustvorträge nur unter strengen Voraussetzungen zulässt. Die für den Ansatz erforderlichen substantiellen Hinweise für zukünftig ausreichende Gewinne sind durch eine mehrjährige und umfassende Steuerplanung zu belegen. Für Unternehmen mit einer andauernden Verlusthistorie wird die Wahrscheinlichkeit für die Erzielung ausreichender Gewinne kaum zu realisieren sein und somit das Erfordernis der Werthaltigkeit der aktivierten Verlustvorträge nicht erreichbar sein. Schließlich steigen die Anforderungen für Unternehmen durch Berücksichtigung der Thematiken zur Bilanzierung latenter Steuern enorm an.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the changes of the accounting of deferred taxes resulting from the commencement of the Rechnungslegungs-Änderungsgesetz 2014 (RÄG 2014) in the individual and consolidated financial statements according to the Unternehmensgesetzbuch (UGB). Due to the refurbishment and adaptation to the International Financial Reporting Standards a comprehensive conceptual amendment for fiscal years beginning after December 31st, 2015 has taken place.

In the course of this paradigm shift, changes from the timing concept to the temporary concept have resulted in various adjustments of deferred taxes. In contrast, this change was already introduced in Germany in the year 2010 with the implementation of the Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. A comprehensive literature research examines the effects of the RÄG 2014 on the accounting of deferred taxes in the individual and consolidated financial statements, as well as the topic of the capitalization of loss carryforwards.

In addition to the introduction of an obligation to consider deferred tax assets for medium-sized and large companies, three extensive accounting bans for deferred taxes were regulated by law according to International Financial Reporting Standards.

Moreover, the right to choose the capitalization of deferred tax assets from tax loss carryforwards, which is independent of the size of the company, has a significant effect on the annual financial statements, and finally on the validity for stakeholders.

The option regarding loss carryforwards is particularly attractive for companies with high loss carryforwards. Thereof a significant improve can be shown in the balance sheet through the possibility of capitalization which ultimately results in a positive equity effect. However, the legislature here introduces a barrier, which allows the activation of these loss contributions only under strict conditions. Therefore, substantial indications are necessary which show an approach for future sufficient profits. As proof for these indications a substantiated tax planning of several years is necessary. For companies with a history of losses, the probability of achieving sufficient profits will hardly be practicable and thus the need for the value of the capitalized loss carryforwards will not be achievable. After all, the requirements for companies are increasing enormously by consideration of deferred taxes in the annual financial statements.