Titelaufnahme

Titel
Lebenswelten potentiell traumatisierter, unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Wohngemeinschaften in Wien. : Welche Handlungsmöglichkeiten bietet die Klinische Soziale Arbeit im Rahmen der Betreuung? / vorgelegt von: Veronika Stocker
VerfasserStocker, Veronika
GutachterKronberger, Gabriele ; Steiner, Elisabeth
Erschienen2017
Umfangxiii, 107 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2017
Datum der AbgabeMai 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Klinische Soziale Arbeit / Lebenswelt / Trauma / Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
Schlagwörter (EN)Clinical Social Work / Life world / Trauma / Unaccompanied minor refugees
Schlagwörter (GND)Jugendhilfe / Flüchtling / Minderjähriger
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Zusammenfassung (Deutsch)

Im Jahr 2015 waren insgesamt 65,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Eine Flüchtlingszahl in dieser Dimension wurde seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr verzeichnet. Etwa die Hälfte aller Flüchtlinge sind minderjährige Kinder und Jugendliche.

Eine besonders sensible Gruppe innerhalb der Flüchtlingspopulation stellen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dar, die ohne Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigte ein Aufnahmeland erreichen.

Diese Forschungsarbeit hat sich zum Ziel gesetzt die AdressatInnengruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) in den Fokus des Erkenntnisinteresses zu rücken. Es werden subjektive Wahrnehmungen und Erfahrungen der Jugendlichen, die primär im Kontext ihrer Unterbringung durch die Jugendwohlfahrt gemacht wurden, in Augenschein genommen. Im Sinne eines lebensweltlichen Konzepts stehen die Jugendlichen in dieser Untersuchung als ExpertInnen ihrer eigenen Lebenswelt im Fokus, wobei die subjektive Sicht der Jugendlichen vor dem Hintergrund der politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen beleuchtet wird. Es wurde die Annahme verfolgt, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit multiplen Belastungsfaktoren konfrontiert sind. Insbesondere wurde davon ausgegangen, dass primär postmigratorische Stressoren, d.h. Faktoren, die erst im Aufnahmeland auftreten eine besondere Rolle spielen. Sieben UMF wurden mithilfe leitfaden-gestützter Interviews zu ihrer Lebenssituation in Österreich befragt. Als ein bedeutsamer Wirkungsbereich der Klinischen Sozialen Arbeit wurde ein besonderes Augenmerk auf Traumatisierungsprozesse gelegt. Mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring wurden die gewonnenen Daten analysiert. Des Weiteren sollten anhand der Auswertung praktisch umsetzbare Empfehlungen für die Klinische Soziale Arbeit entwickelt werden. Es zeigte sich, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit multiplen Belastungsfaktoren, insbesondere im Aufnahmeland konfrontiert sind, jedoch konnte auch nachgewiesen werden, dass die Jugendlichen mit wertvollen Ressourcen und Bewältigungsstrategien ausgestattet sind, die sie zu aktiven Subjekten innerhalb der Gestaltung ihrer eigenen Lebenswelt machen.

Zusammenfassung (Englisch)

In 2015, a total of 65,3 million people from around the globe were on the run. A refugee figure of this dimension has not been recorded since the Second World War. About half of them are minor children and adolescents. A particularly sensitive group within the refugee population is that made of unaccompanied minor refugees who reach a receiving country without parents or custodians.

The aim of this research work is to raise this group, referred to as unaccompanied minor refugees (UMRs), into the focus of interest within the field of refugee studies. To reach this goal, the researcher has gathered subjective perceptions and experiences of young refugees primarily in the context of refugee accommodation under the Austrian youth welfare program. The adolescents in this study are approached as experts of their own lifeworld, while their subjective view is examined through political, social and legal frameworks.

There is a general assumption that unaccompanied minor refugees are confronted with multiple stress factors which originate in social and political structures. In particular, it is assumed that primary post-migratory stressors i.e., factors that initially appear in the host country play a special role. With the help of semi-structured interviews, seven UMRs were questioned about their life situation in Austria.

Considering it as an important area in clinical social work, the process of traumatization was given particular attention.

The collected data was analysed using the qualitative content analysis based on Philipp Mayring. On the basis of the conclusions of this research, it is expected that practical recommendations for clinical social work could be developed.

The present research work reveals that unaccompanied minor refugees are confronted with multiple stress factors, especially in their host country. Contrarily, this study also proves that the adolescents are equipped with valuable resources and coping strategies that make them active subjects within their own lifeworld.