Titelaufnahme

Titel
Chancen auf Wiedereinstieg ins Berufsleben bei Suchtmittelproblematik. : Das bio-psycho-soziale Behandlungsmodell aus Sicht der Klient_innen von Sucht und Beschäftigung / vorgelegt von: Ilaria Soriani
VerfasserSoriani, Ilaria
Betreuer / BetreuerinSeyr, Martina
Erschienen2017
Umfang131 Seiten
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2017
Datum der AbgabeMärz 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Arbeitslosigkeit / Substanzabhängigkeit / Bio-psycho-soziales Behandlungsmodell / Multiproblemlagen / Klient_innenzentrierung
Schlagwörter (EN)unemployment / substance use disorder / biopsychosocial treatment model / multi-problem situations / client-centered approach
Schlagwörter (GND)Drogenmissbrauch / Arbeitslosigkeit / Psychosoziologie / Berufslaufbahn
URNurn:nbn:at:at-fhcw:1-407 Persistent Identifier (URN)
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Chancen auf Wiedereinstieg ins Berufsleben bei Suchtmittelproblematik. [1.16 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Arbeitslose Personen mit einer substanzbezogenen Problematik benötigen aufgrund ihrer multiplen Problemlagen oft über mehrere Jahre kontinuierliche professionelle Begleitung durch Vertreter_innen diverser Berufsgruppen. Durch eine stark gegliederte Versorgungsstruktur werden in Wien spezifische Hilfsstellungen üblicherweise von verschiedenen, voneinander unabhängigen Fachdiensten zur Verfügung gestellt. Die Klinische Soziale Arbeit ist in einigen, aber nicht in allen Organisationen vertreten und wird besonders in arbeitsmarktpolitischen Projekten bei gesundheitsbedingten psychosozialen Vermittlungshemmnissen vermisst.

Die vorliegende Masterthesis beschäftigt sich mit dem bio-psycho-sozialen Behandlungsmodell für erwerbslose Suchtkranke von Sucht und Beschäftigung beim Verein Dialog in Wien, wie es aus der Perspektive der Klient_innen wahrgenommen wird.

Auf der Grundlage einer akkuraten Literaturrecherche aus den Wissensgebieten der Sucht- und Arbeitslosenforschung wurden acht fokussierte Interviews durchgeführt und mittels Themenanalyse ausgewertet. Dabei ging es um die Frage, ob ein multidimensionales, interdisziplinäres Beratungsangebot Arbeitslose mit einer Abhängigkeitsstörung soweit unterstützt, dass sie sich konkret mit der Wiedergewinnung ihrer Arbeitsfähigkeit sowie mit ihren Aussichten auf einen Wiedereintritt in die Berufswelt auseinandersetzen können.

Die Interviewpartner_innen berichteten ausführlich über ihre Erfahrungen bei Sucht und Beschäftigung und anderen Einrichtungen im Bereich der Arbeitsmarktpolitik und der Suchthilfe. Sie konnten deutlich wiedergeben, was sie an einem Betreuungsprogramm besonders schätzen, welches die soziale, psychologische und medizinische Dimension der Sucht und der Arbeitslosigkeit gleichwertig in den therapeutischen Prozess einbezieht.

Die Auswertungen des Interviewmaterials zeigen, dass aus Sicht der Befragten die Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit nach lang bestehender Distanz zum Arbeitsmarkt aufgrund einer chronischen rezidivierenden psychischen Störung als langfristige Zielperspektive zu betrachten ist, deren nachhaltige Realisierung nur ermöglicht werden kann wenn neben der objektiven Verbesserung des Gesundheitszustandes und der beruflichen Qualifikationen die individuelle psychosoziale und sozioökonomische Lebenskonstellation der Klient_innen im Fokus steht.

Die Forschungsergebnisse legen einen verstärkten Einsatz Klinischer Sozialarbeiter_innen im Handlungsfeld Sucht und Arbeitslosigkeit nahe, um der Komplexität der bio-psycho-sozialen Anliegen der Zielgruppe professionell und ganzheitlich gerecht zu werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Unemployed people with substance use disorder are often over years in need for continuous professional supervision by representatives of various occupational groups due to their multi-problem situations. Because of a strongly fragmentation of care and health services, in Vienna specific support is generally provided by different special services, independent from each other. Clinical social work is represented in some, but not in all organizations, and is missed especially in labour market policy measures for people with persistent and multiple barriers to employment.

This thesis deals with the clients' perspective on the bio-psycho-social treatment approach for unemployed people with substance addiction developed by Sucht und Beschäftigung at the non-profit association Dialog in Vienna.

Starting from an extensive literature research in the knowledge fields of addiction and unemployment research, eight focused (semi-structured) interviews were held and evaluated using thematic analysis. The purpose was to find out if a multidimensional, interdisciplinary counseling service can assist unemployed people with an addiction disorder as far as they can deal with their ability to work and with their chances of re-entry into working life.

The interview partners reported in detail about their experiences at Sucht und Beschäftigung and other facilities dealing with employment policy and addiction aid. They clearly expressed what they particularly appreciate in a care program which includes social, psychological and medical factors of substance abuse and unemployment in the therapy process.

The research results show from the interviewee's perspective that returning to work for those furthest from the labour market due to a chronic recurrent mental disorder has to be seen as a long-term target. The sustained realization of this aim can only be enabled if, besides the objective improvement of health and professional qualifications, the individual psychosocial and socioeconomic situation of the clients is focused on.

The findings of this thesis point out that an increase of clinical social workers in the activity field of addiction and unemployment is needed to meet the complex bio-psycho-social concerns of the target group in a professional and integral way.