Titelaufnahme

Titel
Das Gefährdungspotential vorsätzlich gesteuerter Desinformationskampagnen eine Bestandsaufnahme. / vorgelegt von: Christoph Steinböck
VerfasserSteinböck, Christoph
GutachterKob, Timo ; Kaiser, Justina
Erschienen2017
Umfang142 Seiten
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2017
Datum der AbgabeMai 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Desinformationskampagnen / Soziale Medien / Reputation / Der Routine Activity-Ansatz / Die ökonomische Kriminalitätstheorie des rationalen Handelns / Das Elaboration-Likelihood-Modell / Das Heuristisch-Systematische Modell / Risikomanagement ISO 31000 / Issues Management / Unternehmen
Schlagwörter (EN)Disinformation campaigns / Social media / Reputation / The routine activity theory / Rational choice theory / The elaboration likelihood model of persuasion / The heuristic systematic model / Riskmanagement ISO 31000 / Issues management / Company
Schlagwörter (GND)Betriebsrisiko / Prestige / Unternehmenskultur / Risikomanagement / Desinformation
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Zusammenfassung (Deutsch)

Kontext und Fragestellung

Im Hinblick auf die global zunehmende Homogenisierung von Produkten stellt der Wert Unternehmensreputation einen immensen Erfolgsfaktor dar. Gleichzeitig ist genau diese Reputation ein äußerst zerbrechliches Gut. Je intelligenter und automatisierter unsere Produkte werden, desto mehr werden immaterielle Leistungen benötigt. Derzeit vollzieht sich ein Übergang von der materiellen zur immateriellen Wirtschaft. Der Grund für die Bedeutungssteigerung immaterieller Güter, insbesondere jenes der Reputation, liegt in der Veränderung der Umfeldbedingungen. Dementsprechend kann der Verlust oder die Schädigung der Reputation die gesetzten Unternehmensziele massiv beeinträchtigen. Die vorliegende Arbeit befasst sich erstmalig mit der Möglichkeit, eine durch Desinformation vorsätzlich begangene Reputationsschädigung bei Unternehmen herbeizuführen.

Ziele der Arbeit

Ziele dieser Arbeit sind die Schaffung von Grundlagen im Bereich eines neuen Gefährdungspotentials, die Sensibilisierung von Führungskräften sowie die Erarbeitung einer Grundlage für weiterführende Forschungen.

Theorie

Da es sich bei dem beschriebenen Phänomen um ein gänzlich neues Forschungsfeld handelt, werden vom Autor die zur Erörterung notwendigen Grundlagen erarbeitet. Die zur Erörterung der Grundlagen notwendigen Theorien generieren sich aus den Wissensgebieten der Kriminologie und aus speziellen Managementsystemen. Zudem werden die Möglichkeiten der Persuasion in sozialen Medien anhand des Elaboration-Likelihood-Modells und des Heuristisch-Systematischen Modells näher beleuchtet.

Wissenschaftliche Methoden

Um die tatsächlichen Möglichkeiten von Desinformationskampagnen in sozialen Medien zu untersuchen, erfolgt eine quantitative Erhebung mittels Fragebogen. Der dazu entwickelte Onlinefragebogen wird ausgewählten Expertinnen und Experten aus privaten Unternehmen vorgelegt. Zweck dieser empirischen Untersuchung ist die Feststellung, ob eine solche Gefahr tatsächlich als konkrete Gefährdung bewertet wird, ob solche Angriffe schon passiert sind bzw. ob bereits existierende Maßnahmen (z. B. aus dem Bereich des Risikomanagements bzw. des Issues Managements) zur Abwehr genutzt werden.

Ergebnisse

Aufgrund der erhobenen Daten ließ sich feststellen, dass das Gefährdungspotential durch vorsätzliche Desinformationskampagnen in sozialen Medien noch nicht gänzlich von der österreichischen und der deutschen Wirtschaft wahrgenommen wurde. Dabei fällt ein Unterschied zwischen den kleineren Unternehmen (bis 1000 Angestellte) und den größeren Unternehmen (ab 1001 Angestellte) insofern auf, als die kleineren Unternehmen über weniger Wissen und Information bzw. Abwehrstrategien verfügen als die Großbetriebe. Statistische Tests, welche mit den vorhandenen Datenproben durchgeführt wurden, haben signifikante Unterschiede zwischen den genannten Unternehmenskategorien im Hinblick auf vorhandenes Wissen bzw. präventive und reaktive Abwehrmaßnahmen bezüglich Desinformationskampagnen in sozialen Medien ergeben. Demnach verfügen größere Unternehmen über ein umfangreicheres Wissen und über umfassendere Abwehrstrategien zur genannten Thematik. In Sachen Gefährdungseinschätzung konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Hier schätzen die beschriebenen Testgruppen das Risiko in etwa gleich ein.

Abschließend darf subsummiert werden, dass in beiden in der Stichprobe vertretenen Unternehmenskategorien Potential für Verbesserungen im Hinblick auf eine für die Wirtschaft notwendige Gefährdungsmitigation besteht.

Zusammenfassung (Englisch)

Context of the Thesis

In view of a global increasing homogenization of products, the corporate reputation value represents an immense success factor. At the same time the reputation value is just an extremely fragile asset. The more intelligent and automated our products are, the more intangible benefits are needed. Currently, a global transformation from physical assets to intangible assets is taking place. The reason for the importance of enhancement of intangible goods lies mainly in the change in market conditions. Accordingly, the loss or damage to a companys reputation can have a massive effect on the corporate goals.

For the first time, the possibility of intentionally committed disinformation causing reputational damage to companies is subject of a thesis, namely this one.

Goal of the Thesis

The aim of this work is to establish a foundation for the knowledge of a new hazard potential, the creation of awareness for managers and the development of a basis for further research.

Theory

The described phenomenon is an entirely new field of research, which needs to discuss fundamental bases and be addressed on a scientific level. These are generated from theories of criminology and specific management systems. Furthermore, the possibilities of persuasion in social media will be illustrated by the elaboration-likelihood-model and the Heuristic-Systematic Model.

Methodology

To investigate the real possibilities of disinformation in social media, a quantitative questionnaire will be used. The specifically designed online questionnaire was submitted to security and/or public relations experts in numerous companies. The purpose of this research is to determine whether such a risk actually exists, whether such attacks have already taken place, or whether already developed defense strategies have been installed and been effective.

Results

On the basis of the collected data we determined that the potential danger of intentional disinformation campaigns in social media is still not entirely perceived by the Austrian and the German economy. Statistical tests, which were carried out with the available data samples, revealed significant differences between the categories more than and less than 1000 employees, mainly in terms of existing knowledge and preventive/reactive measures in regard to disinformation campaigns in social media. Accordingly, larger companies have extensive knowledge and broader defense strategies on these issues. No significant difference could be determined in terms of risk assessment, the test categories showed described in approximately the same estimate level of risk.

Finally, it has to be stated that there is potential for improvement in terms of threat mitigation which necessary for the economic in two categories represented in the sample.