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Title
Ghetto oder Insel der Seligen? : Die Kriminalitätsfurcht in der Seestadt Aspern / vorgelegt von: Stefan Pichler
Additional Titles
Ghetto or island of bliss?The fear of crime in “Seestadt Aspern”
AuthorPichler, Stefan
Thesis advisorKaiser, Justina ; Allum, Teresa
Published2017
Description126 Blatt
Institutional NoteWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2017
Date of SubmissionSeptember 2017
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)Kriminalitätsfurcht / Seestadt Aspern / Wien / Generalisierungsthese / Viktimisierungsthese / Soziale-Kontrolle-Perspektive / Defensible Space Concept / CPTED
Keywords (EN)fear of crime / Vienna / Seestadt Aspern / generalization thesis / victimization thesis / defensible space concept / CPTED
Keywords (GND)Kriminalität / Einflussgröße / Risikomanagement
URNurn:nbn:at:at-fhcw:1-3136 Persistent Identifier (URN)
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Ghetto oder Insel der Seligen? [1.25 mb]
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Abstract (German)

Kontext und Fragestellung

Es ist nicht ausreichend, Kriminalität zu bekämpfen und zu verringern. Für Bürgerinnen und Bürger ist es entscheidend, sich sicher zu fühlen. Dieses subjektive Sicherheitsgefühl, wie die Kriminalitätsfurcht in manchen Publikationen auch genannt wird, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Die Frage war, wie die Kriminalitätsfurcht und bestimmte Einflussfaktoren in der Seestadt Aspern, einem neu errichteten Stadtteil von Wien, ermittelt werden können.

Ziele der Arbeit

Ziele dieser Arbeit waren die Erstellung eines Analyseinstruments zur Messung der Kriminalitätsfurcht der Bewohnerinnen und Bewohner der Seestadt Aspern und die Ermittlung von Einflussfaktoren auf die Kriminalitätsfurcht.

Theorie

Die Kriminalitätsfurcht als Konstrukt besteht aus drei Komponenten. Die affektive Kriminalitätsfurcht bezieht sich auf die bestehenden Unsicherheitsgefühle. Die erwartete Opferwerdung wird in der kognitiven Kriminalitätsfurcht betrachtet. Die konative Kriminalitätsfurcht beschäftigt sich mit Schutz- und Vermeidungsverhalten als Reaktion auf die wahrgenommenen Bedrohungen.

Für die Einflussfaktoren wurden vier unterschiedliche, die Kriminalitätsfurcht erklärende Theorien herangezogen. Die Generalisierungsthese geht davon aus, dass die Kriminalitätsfurcht lediglich eine Äußerung von anderen Ängsten im Leben ist und mit der tatsächlichen Situation in keinem Zusammenhang steht. Die Viktimisierungsthese sieht die Kriminalitätsfurcht als Resultat selbst erlebter oder im nahen Umfeld stattgefundener Opferwerdungen. Die Soziale-Kontrolle-Perspektive behauptet, dass Kriminalitätsfurcht dadurch entsteht, dass Verwahrlosung und Missstände entstehen und diese als Indikator für Kriminalität dienen. Das Defensible Space Concept besagt, Kriminalität und Kriminalitätsfurcht breiten sich aus, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner wenig Einflussmöglichkeiten auf öffentliche Räume haben, welche stark durch ihnen unbekannte Personen frequentiert werden. Dem kann mit baulichen und gestalterischen Maßnahmen entgegengewirkt werden.

Wissenschaftliche Methoden

Die Messung der Kriminalitätsfurcht und ihrer Einflussfaktoren erfolgte quantitativ. Bewohnerinnen und Bewohner der Seestadt Aspern beantworteten einen Onlinefragebogen. Zur Anwendung gelangte eine Gelegenheitsstichprobe.

Ergebnisse

Wie schon in vorausgegangenen Studien zeigte sich hier, dass höhere Bildung mit einer vergleichsweise geringeren Kriminalitätsfurcht einhergeht und dass Frauen und Männer die Kriminalitätsfurcht teilweise sehr unterschiedlich wahrnehmen und auch anders reagieren. Soziale Ängste und Lebensängste steigern die Angst vor Kriminalität. Die Opferwerdung unabhängig ob selbst oder im nahen Umfeld erhöht die Kriminalitätsfurcht. Ebenso steigern wahrgenommene Verwahrlosungen, mangelnde Eingebundenheit in die Nachbarschaft und Missstände die Kriminalitätsfurcht. Die Einwohnerdichte hat keinen Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht. Wenn Beleuchtung und Übersichtlichkeit von Plätzen und Räumen vernachlässigt werden, steigt damit die Kriminalitätsfurcht.

Abstract (English)

Context of the Thesis

To fight and reduce crime is not sufficient. It is crucial to citizens to feel safe. This subjective feeling of safety, which the fear of crime is called in many publications, is influenced by various factors. The question was how the fear of crime and certain influencing factors can be determined in “Seestadt Aspern”, a newly constructed quarter in Vienna.

Goal of the Thesis

Goals of this thesis were the creation of an analysis tool to measure the fear of crime of the residents of “Seestadt Aspern” as well as the determination of factors that influence the fear of crime.

Theory

The fear of crime as a theoretical construct consists of three components. The affective fear of crime refers to existing feelings of insecurity. The cognitive fear of crime looks at the anticipation of becoming a victim. The conative fear of crime deals with protection and avoidance behavior as a reaction to noticed dangers.

Four different theories that all explain the fear of crime were consulted for the investigation of influencing factors. The generalization thesis states that the fear of crime is merely a demonstration of other fears in life and does not have anything to do with the actual situation. The victimization thesis regards the fear of crime as a result of having become a victim or knowing someone closely who has. The social-control-perspective claims that the fear of crime develops due to dilapidation, neglect and disorders, which serve as crime indicators. The defensible space concept argues that crime and the fear of crime spread where residents have little influence over public spaces which are strongly frequented by people who are unknown to them. Structural and creative measures can counter that.

Methodology

The measurements of the fear of crime and the factors influencing it were carried out quantitatively. Residents of “Seestadt Aspern” filled out an online questionnaire. A convenience sample was executed.

Results

As demonstrated in previous studies, it is shown here that higher education occurs with a comparatively lower fear of crime and that women and men perceive the fear of crime very differently to some extent and also react differently. Social insecurities and fears in life increase the fear of crime. Becoming a victim whether becoming one oneself or knowing someone close becoming one also increases the fear of crime. In the same way, the perception of neglect, deficient integration into the neighborhood and disorders boost the fear of crime. The residential density does not influence the fear of crime. However, it rises if the lighting and clarity of places are neglected.

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