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Title
Stigma Alkoholabhängigkeit : Stigmatisierungserfahrungen alkoholabhängiger Menschen und deren Bewältigungsstrategien / vorgelegt von: Simone Prungraber
Additional Titles
Stigma Alcohol DependenceExperiences with stigma and coping strategies of alcohol-dependent people
AuthorPrungraber, Simone
Thesis advisorSeyr, Martina ; Steiner, Elisabeth
Published2017
Descriptionx, 120 Blatt
Institutional NoteWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2017
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Date of SubmissionSeptember 2017
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)Stigma / Stigmatisierung / Stigmatisierungserfahrungen / Alkoholabhängigkeit / Bewältigungsstrategien / Klinische Soziale Arbeit / Soziale Dimension
Keywords (EN)Stigma / Stigmatization / Experiences with Stigmatization / Alcohol Dependence / Coping Strategies / Clinical Social Work / Social Dimension
Keywords (GND)Alkoholismus / Stigmatisation
URNurn:nbn:at:at-fhcw:1-1822 Persistent Identifier (URN)
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Stigma Alkoholabhängigkeit [0.99 mb]
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Abstract (German)

Die bisherigen Erkenntnisse zum Thema Stigmatisierung alkoholabhängiger Menschen beruhen fast ausschließlich auf Untersuchungen in der Allgemeinbevölkerung. Diese sind hinsichtlich des Ziels einer Stigmatisierung entgegenzuwirken ein wesentlicher Schritt. Dennoch stellt sich dies wiederholt als eine enorme Herausforderung dar. Auf Grund dessen ist es nicht weniger wichtig einen zumindest gleichwertigen wissenschaftlichen Blick auf die Erfahrungen und das Erleben betroffener Personen zu richten. Sie sind es, die die Auswirkungen einer Stigmatisierung wahrnehmen und entsprechend mit dieser umgehen müssen. Demzufolge gilt es auch ihnen anerkennend zu begegnen und ihre Wahrnehmung und Erfahrung demgemäß darzulegen. Solange eine Stigmatisierungstendenz in der Öffentlichkeit vorherrschend ist, bedarf es der Entwicklung entsprechender Maßnahmen, um alkoholabhängige Menschen im Umgang mit ihrem Stigma hinsichtlich einer positiven Lebensführung und Krankheitsbewältigung professionell zu unterstützen. Diese Interventionen bedürfen einer entsprechenden Wissensbasis, welche die Realitäten alkoholabhängiger Personen berücksichtigt.

Einen Beitrag dazu leistet die vorliegende Arbeit. Anhand der Durchführung qualitativer Interviews mit Betroffenen sowie einer anschließend durchgeführten Auswertung mittels einer Kombination aus Feinstruktur- und Systemanalyse, können Formen der Stigmatisierung, mit welchen alkoholabhängige Menschen konfrontiert sind, und Bewältigungsstrategien, welche ihren Umgang mit diesen Erfahrungen beschreiben, sowie sich daraus ergebende Konsequenzen aufgezeigt werden.

Als zentrale Ergebnisse können die öffentliche Stigmatisierung, durch die Gesellschaft, eine damit verbundene Selbststigmatisierung sowie die strukturelle Stigmatisierung, welche im Gesundheitssystem zu verorten ist, dargelegt werden. Alkoholabhängige Personen nehmen diese erfahrene Stigmatisierung nicht bloß zur Kenntnis, sondern reagieren mittels Bewältigungsstrategien auf ebendiese. So gelingt es ihnen in vielen ihrer Lebensbereiche, mithilfe einer permanenten Wachsamkeit und primär dem Verheimlichen ihrer Erkrankung sowie der Distanz zu anderen alkoholabhängigen Menschen oder der Diagnose, einer Abwertung und Ausgrenzung mehrheitlich zu entgehen. Die allgegenwärtige öffentliche Stigmatisierung in der österreichischen Gesellschaft hinsichtlich alkoholabhängiger Menschen scheint diesbezüglich eine enorme Herausforderung zu sein. Entsprechend gilt es Betroffene zu unterstützen, um ihnen ein zufriedenstellendes Maß an Lebensqualität, durch die Stärkung eines positiven Selbstbildes, sowie eine Teilhabe an der sozialen Umwelt zu ermöglichen, da diese zentrale Aspekte einer positiven Krankheitsbewältigung darstellen.

Diese Arbeit kommt entsprechend zu dem Schluss, dass die Klinische Soziale Arbeit, mit ihrem ganzheitlich-pluralistischen Ansatz sowie ihrem Verständnis von Gesundheit und Krankheit, einen wesentlichen Beitrag hinsichtlich der Bewältigung von Stigmatisierung und entsprechenden Erfahrungen Betroffener leisten kann. So soll ferner die Relevanz der sozialen Dimension in der Behandlung psychischer Erkrankungen Betonung finden, da durch die Berücksichtigung dieser, wesentlich zur Linderung der Folgen psychischer Erkrankungen auf bio-psycho-sozialer Ebene beigetragen werden kann.

Abstract (English)

The findings to date on stigmatization of alcohol-dependent people are almost exclusively based on investigations in the general population. This is a major step towards the goal of counteracting stigma. Nevertheless, this proves to be an enormous challenge. For this reason, it is no less important to have a scientific view on the experiences and the emotional and behavioral consequences of the affected people. It is them, who perceive the negative effects of a stigma. Accordingly, the scientific community must also acknowledge them with appreciation and present their perceptions and experiences. As long as a tendency to stigma is prevalent in the public, appropriate interventions have to be developed in order to professionally support alcohol-dependent people, in dealing with their stigma, with regard to a positive lifestyle and disease management. These interventions need a corresponding knowledge base which considers the realities of alcohol-dependent persons.

The present work contributes to this. Based on qualitative interviews with those concerned, and the subsequent evaluation using a combination of fine structure- and system analysis, forms of stigmatization, with which alcohol-dependent people are confronted, and strategies for coping with these experiences, as well as the resulting consequences can be presented.

The public stigmatization, which is based on stereotypes within the society, the self-stigmatization as well as the structural stigmatization, which is to be found in the health system, are key results of this study. The stigmatized persons do not merely take this stigmatization into account, but react to this by using coping strategies. In many areas of their lives, with the help of permanent vigilance and primarily concealing their mental illness as well as holding distance to other alcohol-dependent people or the diagnosis itself, they succeed in largely avoiding devaluation and exclusion. However, the omnipresent public stigma in Austrian society regarding alcohol-dependent people is an enormous challenge in this respect. Accordingly, it is necessary to support those affected to enable them to achieve a satisfying level of living quality by strengthening a positive self-image and participating in the social environment, since these are central aspects of positive disease management.

The present master thesis concludes that clinical social work, with its holistic and pluralistic approach as well as its understanding of health and disease, can make a significant contribution to the management of stigmatization and the corresponding experiences of those affected. In addition, the relevance of the social dimension in the treatment of mental illness is to be emphasized, since taking this into account can contribute significantly to the alleviation of the consequences of mental illness at the bio-psycho-social level.

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