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Title
Intrinsische Beweggründe für Wirtschafts- und Industriespionage von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern / vorgelegt von: Daniel Ziegl
Additional Titles
Intrinsic motives of employees for economic and industrial espionage
AuthorZiegl, Daniel
Thesis advisorKob, Timo ; Dorfner, Anna
Published2017
Description108 Blatt
Institutional NoteWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2017
Date of SubmissionDecember 2017
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)Wirtschaftsspionage / Industriespionage / Spionage / Wirtschaftskriminalität / Mitarbeiterkriminalität / Wirtschaftsschutz / Sabotage / Verlaufsmodell
Keywords (EN)industrial espionage / industrial espionage / espionage / White Collar crime / employees crime / Business protection / sabotage
Keywords (GND)Wirtschaftsspionage / Mitarbeiter / Geschäftsgeheimnis
URNurn:nbn:at:at-fhcw:1-3186 Persistent Identifier (URN)
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Intrinsische Beweggründe für Wirtschafts- und Industriespionage von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern [1.19 mb]
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Abstract (German)

Kontext und Fragestellung

Um dem Wettbewerb am Markt standzuhalten, ist es für viele Unternehmen

ausschlaggebend, sich von den Mitbewerberinnen und Mitbewerbern zu un-

terscheiden. Möglich ist dies durch unternehmensintern entwickelte Innovatio-

nen und Methoden, die z. B. in Produktionsprozessen verwendet werden und

als Betriebsgeheimnis bezeichnet werden können. Daraus ergibt sich, dass es

für bestimmte Organisationen von besonderer Bedeutung ist, das entwickelte

und angesammelte Know-how, sei es materiell oder immateriell, vor Dritten zu

schützen. Gefallen an diesen Daten, Rezepturen oder Konstruktionen können

verschiedene Parteien, wie Konkurrenzunternehmen, staatliche Organisatio-

nen oder Stakeholder, haben. Eine der Gruppen, die Interesse an diesen Ge-

heimnissen haben könnte, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Un-

ternehmens. Diesen ist es möglich, die erworbenen Informationen an externe

Interessentinnen und Interessenten preiszugeben und dadurch dem Unter-

nehmen bewusst erheblichen Schaden zuzufügen. Aufgrund dieser Tatsache

ist die relevante Fragestellung dieser Arbeit die folgende:

Welche Faktoren im Organisationskontext veranlassen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter dazu, unternehmensschädigendes Verhalten in Form von

Wirtschafts- und Industriespionage zu tätigen?

Ziele der Arbeit

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, weshalb Mitarbeiterinnen und Mit-

arbeiter unternehmensschädigendes Verhalten, in Form von Wirtschafts- und

Industriespionage, durchführen. Mit Hilfe eines entwickelten Verlaufsmodells

sollen jene Faktoren herausgearbeitet werden, die dazu beitragen, dass die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kriminelle Handlungen tätigen, die zur Folge

haben, dass die eigene Arbeitgeberin bzw. der eigene Arbeitgeber Schäden

erleidet. Im Fokus der Untersuchung stehen Personen, deren primäres Ziel es

ist, aus intrinsischen Motivationsgründen der Organisation Schaden zuzufü-

gen und nicht unbedingt finanzielle Vorteile zu erlangen, die sich durch die

Spionagetätigkeit und den Verkauf von Betriebsgeheimnissen ergeben kön-

nen.

Theorie

Als Basis für diese Arbeit als auch für das entwickelte Verlaufsmodell dienen

zwei Kriminalitätstheorien sowie zwei Modelle aus der Psychologie und der

Kriminologie. Die beiden Kriminalitätstheorien sind allgemein gehalten, also

nicht auf Wirtschaftskriminalität beschränkt, und sollen veranschaulichen, un-

ter welchen Umständen delinquentes Handeln entstehen kann. Zum einen

wurde hier die Allgemeine Drucktheorie nach Agnew herangezogen, in der

behandelt wird, wie Menschen in Belastungssituationen kommen und darauf

reagieren können. Zum anderen wurden Kenntnisse aus der neueren Situati-

onal Action Theorie (SAT) von Wikström eingearbeitet, in der die Personen-

Umwelt-Interaktion im Mittelpunkt steht. Das Stimulus-Organismus-

Reaktions-Modell (S-O-R-Modell) sowie das Leipziger Verlaufsmodell wur-

den als Ergänzung zu den Theorien herangezogen.

Wissenschaftliche Methoden

Um das entwickelte Verlaufsmodell auf den Realitätsbezug untersuchen zu

können, wurden im Rahmen dieser Arbeit teilstandardisierte Expertinnen- und

Experteninterviews durchgeführt. Die Transkription dieser Befragungen stellt

die Basis für die Inhaltsanalyse nach Mayring dar, die im Anschluss an die

Interviews durchgeführt wurde. Bei der zusammenfassenden Inhaltsanalyse

wurden die Aussagen der Expertinnen und Experten generalisiert und redu-

ziert, sodass mit Hilfe der Erkenntnisse die Forschungsfrage beantwortet und

die Hypothesen verifiziert bzw. falsifiziert werden konnten.

Ergebnisse

Anhand der Erkenntnisse aus den durchgeführten Interviews konnte das Ver-

laufsmodell auf dessen Realitätsbezug überprüft werden. Dabei wurde deut-

lich, dass im Zusammenhang mit Wirtschafts- und Industriespionage vor allem

der Faktor Mensch eine tragende Rolle spielt. Die erarbeiteten Verlaufsschritte

sind dabei in Abhängigkeit zueinander zu betrachten und dienen dazu, abwei-

chendes Verhalten zu analysieren und erforschen. Diesbezüglich ist das Mo-

dell nicht nur auf die Deliktart der Wirtschafts- und Industriespionage, sondern

auch auf anderes abweichendes Verhalten anwendbar und daher nicht aus-

schließlich für Wirtschafts- und Industriespionage anwendbar.

Abstract (English)

Context of the Thesis

For many companies, it is important to differentiate from competitors in order

to succeed in the global market. One possible means of distinction is the de-

velopment of internal innovations and methods, which can be used in e.g.

production processes. Details and information about these innovations can be

considered a companys secret. The downside of these competitive ad-

vantages is the necessity of organizations to protect the developed and accu-

mulated knowledge, regardless of whether the innovations are material or im-

material, from discovery by third parties. A group involved in these secrets

could be a company's own employees, who may disclose confidential infor-

mation to external parties and thereby cause considerable damage to the

company. This thesis examines the following question:

Why do employees carry out economic and industrial espionage that is

detrimental to their company?

To answer this question, this study has created a model that presents compo-

nents that drive employees to exercise criminal activities.

Goal of the Thesis

This thesis assesses why employees engage in behavior that damages their

employer, namely in economic and industrial espionage. The goal of the de-

veloped progression model is to identify factors that lead employees to con-

duct criminal acts that pose negative consequences for their employer. The

primary objective of the actors is to harm the organization for intrinsic motiva-

tional reasons and not necessarily to obtain financial benefits that may result

from espionage or the sale of trade secrets.

Theory

The framework for this thesis and the developed model involves two crime

theories and two psychological and criminological models. The two crime the-

ories are generally not limited to white-collar crime and are intended to illus-

trate the circumstances in which delinquent action can arise. On the one hand,

the study employs Agnews general strain theory, which concerns how peo-

ple can enter and respond to stressful situations. On the other hand, it incor-

porates knowledge from the more recent situational action theory (SAT) by

Wikström, which centers on the person-environment interaction. The stimu-

lus-organism-reaction model (S-O-R model) and the Leipzig Verlaufsmodell

both supplement the two theories.

Methodology

In order to investigate the applicability of the developed model, partly stand-

ardized expert interviews were carried out within the framework of this thesis.

Transcriptions of these interviews were the basis for the subsequent content

analysis according with Mayring. Through analysis of the transcribed content,

the experts statements were generalized and reduced. These findings helped

to address the research question and verify or negate the hypotheses.

Results

The findings from the conducted interviews informed the verification of the

model for its relevance to reality. A significant insight is that human factors

play a major role with regard to economic and industrial espionage. The de-

veloped factors should be viewed in relation to one another and support anal-

ysis and investigation of deviant behavior. As a result, the model is applicable

not only to the offenses of economic and industrial espionage but also to other

deviant behaviors.

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