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Title
Grenzüberschreitende Einbringung von Unternehmensteilen im Lichte der Fusionsrichtlinie / vorgelegt von: Natascha Zimmermann
Additional Titles
Cross-Border Transfer of Assets and Exchange of Shares on the Basis of the Mergers Directive
AuthorZimmermann, Natascha
Thesis advisorRenner, Bernhard ; Dolezel, Alexandra
Published2018
Descriptionix, 119 Blatt
Institutional NoteWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2018
Date of SubmissionMay 2018
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)Grenzüberschreitende Einbringung / Umgründungssteuerrecht / Art III UmgrStG / Nichtfestsetzungskonzept / Ratenzahlungskonzept / Fusionsrichtlinie / Einbringung von Unternehmensteilen / Anteilstausch
Keywords (EN)Cross-Border Transfer of Assets / Cross-border Exchange of Shares / Mergers Directive / Austrian Reorganization Tax Act / Exit Taxation
URNurn:nbn:at:at-fhcw:1-2538 Persistent Identifier (URN)
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Grenzüberschreitende Einbringung von Unternehmensteilen im Lichte der Fusionsrichtlinie [1.18 mb]
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Abstract (German)

Grenzüberschreitende Umgründungen stellen für Unternehmen eine wesentliche strategische Umstrukturierungsmaßnahme dar, um mit der fortschreitenden Entwicklung des Binnenmarktes mitzuhalten. Oberstes Ziel ist die Erhaltung bzw. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Die grenzüberschreitende Einbringung stellt dafür eine wichtige Umgründungsmethode dar.

Das österreichische UmgrStG verfolgt die Aufgabe, Umgründungsvorgänge durch gesetzliche Normierung der Buchwertfortführung steuerneutral zu stellen. Das Erreichen der Steuerneutralität ist allerdings in jenen Fällen problematisch, sofern das österreichische Besteuerungsrecht aufgrund des Auslandsbezuges des Umgründungsvorganges eingeschränkt wird. Die steuerliche Folge der Einschränkung besteht im gänzlichen oder teilweisen Verlust des Besteuerungsrechts an jenen stillen Reserven, die ursprünglich in Österreich entstanden sind.

Die maßgebliche europarechtliche Grundlage des österreichischen Umgründungssteuerrechts ist die Fusionsrichtlinie (FRL), welche dem österreichischen Gesetzgeber als unionsrechtliches Sekundärrecht die Zielsetzung für das innerstaatliche UmgrStG vorgibt. Aufgrund dieser europarechtlichen Vorgabe ist ein gesetzliches Abweichen von der Steuerneutralität nicht möglich. Dies nahm der österreichische Gesetzgeber zum Anlass, um Sonderregelungen ins österreichische Gesetz für grenzüberschreitende Umgründungsvorgänge aufzunehmen, um den steuerpolitischen Interessen der Republik Österreich bei Einbringungsvorgängen, die zu einer Einschränkung des Besteuerungsrechts führen, zu entsprechen. In diesem Zusammenhang ist allerdings eine Unionsrechtskonformität gefordert, weshalb die nationalen Vorschriften für grenzüberschreitende Einbringungen grundsätzlich mit den fusionsrechtlichen Vorgaben vereinbar sein müssen. Allerdings besteht für den österreichischen Gesetzgeber die Möglichkeit durch das Ausnützen von Regelungsfreiräumen im Rahmen der FRL die nationalen Bestimmungen derart auszugestalten, um einen Kompriss zwischen den nationalen steuerpolitischen Zielen und den unionsrechtlichen Vorgaben zu finden. Von dieser Möglichkeit wurde in Umsetzung der FRL Gebrauch gemacht, weshalb der Anwendungsbereich des österreichischen Gesetzes in Teilbereichen ausgedehnt wurde. In anderen Teilbereichen wurden hingegen restriktivere Bestimmungen eingeführt, die zwar teilweise als problematisch anzusehen sind, aber dennoch mit der FRL vereinbar sind.

§ 16 UmgrStG stellt für grenzüberschreitende Einbringungen die wesentliche Bewertungsvorschrift dar, um auf innerstaatlicher Ebene das grundsätzliche Ziel der Steuerneutralität zu erreichen. Diese Norm enthält zahlreiche Sonderbestimmungen für Einschränkungsfälle, die auf das Wegzugsbesteuerungskonzept zurückgreifen. Bei einem Vergleich des § 16 UmgrStG mit den Bewertungsnormen für grenzüberschreitende Verschmelzungen ist hervorzuheben, dass jene Normen für grenzüberschreitende Einbringungen wesentlich umfangreicher und komplexer geregelt sind. Dies ist sowohl auf den systematischen Aufbau des Gesetzes im Hinblick auf die Anwendungsvoraussetzung für Art I bzw Art III UmgrStG, aber auch auf den Anwendungsbereich dieser Normen zurückzuführen.

Abstract (English)

In general, cross-border reorganizations, especially cross-border transfers of assets and exchange of shares, constitute an important strategic measure for organizations in order to maintain a high degree of competitiveness. The primary objective is to guarantee that the reconstructing processes stay tax neutral. For this purpose, the Austrian Reorganization Tax Act provides the principle of continuous book value management in order to fulfill this goal. As a consequence, hidden reserves remain untaxed. The fiscal basis of this target is the European mergers directive.

However, cross-border reorganizations could lead to a limitation of the Austrian right to raise a tax on these hidden reserves. Therefore, the Austrian Reorganization Tax Act includes a number of requirements in order to prevent from fiscal disadvantages. Nevertheless, it is essential that these instructions meet the European legal guidelines of the mergers directive.

This masterthesis deals with two main thematic areas. Firstly, the legal requirements and tax consequences of cross-border transfers of assets and exchange of shares under the Austrian Reorganization Tax Act are critically analyzed. In this context, a comparison with cross-border mergers should illustrate the reason for the high complexity of the valuation rules for transfers of assets and exchange of shares. In particular, this is mainly due to structural causes and the wider personal scope of these regulations. While cross-border mergers are only applicable for corporations, the personal scope of transfers of assets and exchange of shares also covers partnerships and individuals. Furthermore, the cross-border valuation rules for mergers are legally consolidated in the conditions for the application of the reorganization rules, while these rules are legally standardized in the valuation rules for transfers of assets and exchange of shares. This leads to the difference that in cases of a limitation of the Austrian taxation right, the Austrian Reorganization Tax Law is mainly inapplicable for cross-border mergers as it remains applicable for transfers of assets and exchange of shares. The result of this inapplicability for cross-border mergers, there is no need for more extensive valuation rules for cross-border mergers.

Secondly, due to the fact that the European mergers directive constitute secondary law and defines only the main objectives of cross-border reorganizations, it is substancial that the Austrian law is compatible with these targets. Therefore, this thesis investigates the compatibility of the Austrian valuation rules with the European merger directive. It should be emphasized that they comply with the European targets. However, some regulations of the European merger directive are broadly formulated, so that the Austrian legislators has the legal opportunity to deviate from the European requirements.

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