Titelaufnahme

Titel
Straßenrap als performative Aneignungsstrategie im Sozialraum Jugendzentrum / vorgelegt von: Erk Schilder
Weitere Titel
Straßenrap (Gangsta Rap) as Performative Appropriation Strategy in Social Area Youth Center
AutorInnenSchilder, Erk
GutachterWild, Gabriele ; Bengesser, Andreas
Erschienen2018
Umfangviii, 101 Blatt
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2018
Datum der AbgabeMai 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Aneignung / Informelles Lernen / Perfomance / Jugendarbeit / Jugendzentrum / Rap / Diskriminierung / Grounded Theory
Schlagwörter (EN)Appropriation / Informal Learning / Performance / Youth Work / Youth Center / Rap / Discrimination / Grounded Theory
Schlagwörter (GND)Jugendzentrum / Straßenkunst / Rapmusiker / Pädagogik
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist das Thema Straßenrap im Sozialraum Jugendzentrum aufgrund eigener Arbeitserfahrung des Autors. Einerseits spricht die pädagogische Fachliteratur recht wohlwollend über das Potential mit Hilfe von Rapmusik wenig privilegierte Jugendliche zu erreichen. Andererseits beinhaltet diese sehr populäre Musikrichtung aber auch oft diskriminierende Inhalte, die in der Regel dann Anlässe für eine pädagogische Intervention von Seiten der BetreuerInnen sind.

Der Ort des Jugendzentrums wird auch als einer gesehen, in dem Aneignungsmöglichkeiten der Jugendlichen besonders gut gelingen können, wo auch die Nutzung der Musikanlage, als eine der wesentlichen Aneignungsformen gilt. Rapmusik ist in diesem Rahmen auch eine besondere Musikrichtung, da sie auch als eine performative Kultur des Selbermachens betrachtet wird.

Eine Annäherung an diesem Themenfeld, erfolgt durch die Darlegung verschiedener Theorieansätze. Neben einer wissenschaftlichen Betrachtung des Themas Straßenrap und der sehr kontrovers geführten Debatte darüber, werden des weiteren mit Hilfe der Ausführungen von Ulrich Deinet, der den Zusammenhang von Aneignung und Raum in seinen theoretischen Überlegungen gefasst hat, dargestellt.

Daran schließt sich eine ausführliche Beschreibung des Offenen Betriebs im Jugendzentrum, als eine sozialpädagogische Arena, an. Der Begriff geht auf eine Studie von Cloos et al. zurück und charakterisiert die grundlegenden Interaktionen und Kommunikationsstrukturen innerhalb eines Jugendzentrums, die maßgeblich für Aneignungsprozesse sein können. Abgerundet wird die Übersicht durch die Darlegung der Ergebnisse aus einer Studie, die die performativen Situationen in einem Jugendzentrum untersucht hat und darin auch einen wichtigen Beitrag für eine Bildungspraxis erkennen mag.

Eine grundlegende Forschungsfrage, die sich diese Studie somit gestellt hat, ist die Frage nach dem Prozess der Aneignung im Jugendzentrum mit Hilfe von Straßenrap. Der Focus lag dabei auch auf den performativen Äußerungen der Jugendlichen, sowie die Rolle des pädagogischen Fachpersonals in diesen Zusammenhang.

Eine Kombination aus Beobachtung und narrativen Interviews bei der Datenerhebung, sowie die Auswertung nach der Grounded Theory wurde gewählt, um eine Offenheit, bei unterschiedlichen Datenquellen, in der empirischen Herangehensweise, zu gewährleisten.

Die Auswertung der in vier Jugendzentren in Wien erhobenen Daten hat ergeben, dass mit Hilfe von Straßenrap (performative) Aneignungsprozesse und Situationen des informellen Lernens im Sozialraum Jugendzentrum, entstehen können. Hierbei können die BetreuerInnen mit diversen Methoden den Prozess aktiv fördern und begleiten.

Straßenrap ist aber auch häufig Anlass für Konflikte. Gerade hier stehen sich sehr unterschiedliche Betrachtungsweisen des pädagogischen Personals gegenüber. Einer der Hauptkonflikte im Team, die geschildert wurden, entsteht durch die unterschiedliche Gewichtung im Hinblick auf den Umgang mit Raptexten, die diskriminierende Inhalte transportieren. Die Angst vor einer Gefährdung der Beziehungsebene und ein konsequentes einschreiten, stehen sich hier gegenüber.

Die Untersuchung zeigt in diesem Zusammenhang auf, dass gerade die Methoden, wo die Lebenswelt und die Motivationslage der Jugendlichen mit einbezogen wurden, informelles Lernen, vermehrt ermöglicht hat.

Zusammenfassung (Englisch)

The starting point of this thesis is the topic of Straßenrap within the social environment of a youth center based on the authors own work experience. On the one hand, the educational literature speaks very favorably about the potential of using rap music to reach some underprivileged youth. On the other hand, this very popular music style often contains discriminatory content leading to educational interventions on the part of the youth workers.

The location of the youth center is also seen as an appropriation opportunity for the youth, where the use of the stereo equipment can be seen as one of the main forms of appropriation. Rap music is also a special genre in this context because it is regarded as a performative culture of “doing it yourself”.

The current thesis approaches the topic via the presentation of different theoretical frameworks. In addition to a scientific study, the theme Straßenrap and a very controversial debate about it is being presented by furthermore using the observations by Ulrich Deinet who identified the relationship between appropriation and space in his theoretical considerations.

This is followed by a detailed description of the open operation in the youth center as a socio-educational arena. This term originates from a study by Cloos et al. and characterizes the fundamental interactions and communication structures in a youth center which can be essential for the appropriation process. A survey complements the presentation resulting in a study that examines the performative situations in a youth center, which is an important contribution to the educational practice.

A fundamental research question that this study addresses is the question of how Straßenrapcan help with the appropriation process at the Youth Center. The focus here was on the performative utterances by young people, and the role the pedagogical personnel plays in this context.

A combination of observations and narrative interviews used for the data collection, as well as the evaluation according to the Grounded Theory was chosen in order to ensure an openness for different data sources as well for different empirical approaches.

The analysis of the data collected in four youth centers in Vienna shows that using Straßenrap can support the development of (performative) appropriation processes and situations of informal learning in the social environment of youth centers. Here, the supervisors can actively promote and guide this process by using various methods.

But Straßenrap is often also a source for conflict. In such situations, opposing approaches by the teaching staff can be observed. One of the main conflicts in the team that are described is caused by the different weighting of how one should deal with rap lyrics that carry discriminatory content. The fear of compromising the relationship level stands in conflict with the desire of a consistent interfering in such situations. The study shows that the very methods where the living world and the motivations of young people were involved informal learning was increasingly possible.