Titelaufnahme

Titel
BürgerInnenpartizipation und Amtsverschwiegenheit ein Widerspruch? : Der Faktor Amtsverschwiegenheit bei der Partizipation von BürgerInnen an der Polizeiarbeit / vorgelegt von: Mario Mossbeck
Weitere Titel
Citizen participation and official secrecy a contradiction? The factor official secrecy in the participation of citizens in the police work
AutorInnenMossbeck, Mario
GutachterHödl, Alfred ; Sedlacko, Michal
Erschienen2018
Umfangviii, 73 Blatt
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2018
Datum der AbgabeMai 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Amtsverschwiegenheit / Amtsgeheimnis / BürgerInnenpartizipation / Bürgernahe Polizeiarbeit
Schlagwörter (EN)official secrecy / citizen participation / people-oriented police work
Schlagwörter (GND)Bürgerbeteiligung / Amtsverschwiegenheit
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Amtsverschwiegenheit im Rahmen der bürgernahen Polizeiarbeit. Oftmals werden von der Verwaltung gleichzeitig mehr Transparenz und ein besserer Schutz personenbezogener Daten gefordert. Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis, aus welchem die Forschungsfrage abgeleitet wurde, inwiefern die Amtsverschwiegenheit die verstärkte Partizipation von BürgerInnen an der Polizeiarbeit erschwert. Es wurden ExpertInneninterviews mit zwölf erfahrenen PolizistInnen durchgeführt, die sowohl im Zuge der Erfüllung ihrer dienstlich Aufgaben und Funktionen als auch privat häufig mit BürgerInnen in Kontakt kommen. Sie wurden befragt, welche Themen von Interesse sind, ob Fragen das Amtsgeheimnis berühren, wie Polizistinnen mit dieser Problemstellung umgehen, welche BürgerInnen für Kontaktintensivierungen infrage kommen und wie sich diese auf die Dienstverrichtung auswirken. Die Forschungsergebnisse wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und zeigten, dass primär persönlich bekannte, vertraute Personen ausgewählt werden, die bei anderen öffentlichen Institutionen oder bei anderen Hilfs- und Einsatzorganisationen tätig sind. Diese Kooperationen bringen den größten Nutzen für den eigenen polizeilichen Dienstbetrieb bei gleichzeitig geringem Aufwand, weil mit diesen Organisationen einerseits ohnehin laufend zusammengearbeitet wird und andererseits ein entsprechendes Grundwissen über Verwaltungsabläufe vorhanden ist. Die darüber hinaus notwendigen persönlichen Vertrauensverhältnisse zu Kontaktpersonen und SicherheitspartnerInnen führen dazu, dass die Informationsweitergabe mitunter sehr weit geht, schützen nach Ansicht der befragten PolizistInnen aber gleichzeitig vor rechtlichen Konsequenzen. Insgesamt wurde festgestellt, dass die Amtsverschwiegenheit eine generelle Intensivierung der BürgerInnenpartizipation behindert. Insbesondere deshalb, weil auf lokaler Ebene sehr einfach ein Konnex zwischen Ereignissen oder Straftaten und betroffenen Personen hergestellt werden kann. Diese aktuellen Sachverhalte sind wiederum von besonderem Interesse für BürgerInnen im Gespräch mit PolizistInnen. Eine Weitergabe von Informationen steht in solchen Fällen häufig im Widerspruch zum Datenschutz und somit zur Amtsverschwiegenheit. Dadurch können unangenehme Gesprächssituationen für PolizistInnen entstehen, weshalb diese Kontakte eher gemieden werden und ein intensiverer Informationsaustausch nur mit vertrauten Menschen erfolgt.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the significance of official secrecy for people-oriented police work. Frequently, administration demands more transparency and better protection for personalized data simultaneously. These two conflicting demands cause tension from which the research question for this thesis has been derived: How does official secrecy exacerbate closer participation of citizens in police work? In order to answer this question, twelve senior police officers have been interviewed as experts who frequently interact with citizens both privately and on duty. They have been asked which topics are of interest, if questions affect official secrecy, how police officers deal with this issue, which citizens are suitable for contact intensification, and how this issue affects police work. The results have been drawn from a qualitative content analysis and showed that mostly personally known individuals are chosen who are often engaged in other official institutions and/or other aid and relief organizations. This cooperation is most useful and time-efficient for police and its administration because these organizations are commonly worked hand in hand with and also understand the administrational processes. The necessary personal relationship of trust with contacts and security partners leads to the situation, on the one hand, that information is shared very deeply, and, on the other hand, that it protects from legal consequences, according to the interviewed police officers. All in all, it has been ascertained that official secrecy impedes generally intensifying the participation of citizens, particularly because it is fairly simple to make a connection between recent events or crimes and people involved on a local level. These recent matters are, in turn, of particular interest for citizens when talking to police officers. Sharing information often conflicts with the protection of data as well as official secrecy in these cases. This may result in uncomfortable conversation situations for police officers; that is why contacts with these citizens are usually avoided, and intensified sharing of information only occurs with close and trusted contacts and partners.