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Title
Zur (Un?)-Tätigkeit des Staates während der Migrationskrise 2015 / vorgelegt von: Christian Valeskini
Additional Titles
Concerning the government`s (in?)action on migration crisis 2015
AuthorValeskini, Christian
Thesis advisorHartmann, Natalia ; Dahlvik, Julia
Published2018
Descriptionix, 77 Blatt
Institutional NoteWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2018
Date of SubmissionMay 2018
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)Fremdenpolizei / Migrationskrise / Schutzsuchende Personen / Verhältnismäßigkeitsgrundsatz / Zwangsmaßnahmen
Keywords (EN)police / migration crisis / refugee / principle of proportionality / coercion
Keywords (GND)Migration / Grenzschutz / Staatsgewalt
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Abstract (German)

Gerade die hochaktuellen Diskussionen rund um die Integration von MigrantInnen in Österreich zeigen, dass die Folgen der Migrationskrise 2015 auch noch mittel- und langfristig gesellschaftliche Herausforderungen darstellen werden. In der vorliegenden Arbeit wird die folgenreichste Entscheidung der damaligen Regierung, die Öffnung der Grenzen für die ankommenden MigrantInnen, diskutiert. Die Argumentation der Politik zielte im Sommer 2015 darauf ab, dass das Schließen der Grenzen mit Zwangsgewalt nicht verhältnismäßig und daher auch nicht rechtmäßig gewesen wäre. Da der Staat bzw. die Staatsgewalt insbesondere aus rechtsphilosophischer Sicht jedenfalls zur rechtmäßigen Vollziehung der Gesetze angehalten sind, wurde in der vorliegenden Arbeit eine vorwiegend rechtswissenschaftliche Aufarbeitung der damaligen Situation vorgenommen um diese Argumentation zu prüfen. Dadurch wurde erhoben ob, unter Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes, die Anwendung von Zwangsmaßnahmen tatsächlich nicht rechtmäßig gewesen wäre bzw. welche Parameter lt. Judikatur der Höchstgerichte VfGH und VwGH entscheidend für die Beurteilung der Verhältnismäßigkeit einer Maßnahme sind. In diesem Zusammenhang wurden zunächst die Lehrmeinungen sowie in weiterer Folge die Judikatur von VfGH und VwGH analysiert. Basierend auf dieser Analyse kann zusammengefasst gesagt werden, dass die Anwendung von Zwang im Sommer bzw. Herbst 2015 wahrscheinlich unverhältnismäßig und daher rechtswidrig gewesen wäre. Wären zum Zeitpunkt des Einsetzens der Migrationskrise hingegen adäquate technische Sperren bzw. Zäune vorhanden gewesen und hätte man genügend Einsatzkräfte eingesetzt, so wäre in letzter Konsequenz der Einsatz maßhaltenden Zwangs durch die Einsatzkräfte, auch unter Anwendung von mindergefährlichen Dienstwaffen, vermutlich rechtskonform gewesen. Dabei hätte man, entsprechend der höchstgerichtlichen Judikatur, v.a. auf eine umfassende Dokumentation der Zwangsmaßnahmen sowie die entsprechende Argumentation in den diesbezüglichen Bescheiden der Behörden achten müssen.

Abstract (English)

The effects of the integration of migrants in Austria will show a long-term social challenge due to highly up-to-date discussions caused by the crisis of migration in 2015. The intention of this paper is to introduce and discuss about the relevant decision of the then acting government to open the borders. Although the Austrian Federal Government is obliged to enforce laws, the author examines the decision to an open border migration policy from a jurisprudential perspective. The effectiveness of the line of argument for taking this decision will be shown and examined by the author. Accordingly, the study pursued the question as to how the application of coercive measures is legitimately considering the principle of proportionality. The provision of reliable parameters of judicature of the Austrian Constitutional Court and the Supreme Administrative Court as well as widespread conventional wisdom in academia is vital for determining the situation. The substantial work of analysis provides a detailed conclusion that the use of coercion in 2015 would probably have been unlawfully. If border fence, higher number of national force or the like had been already placed in 2015 it would have conducted in accordance with the law.