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Titel
Haben wir daraus gelernt? : Evaluierung des Managements der Flüchtlingsbewegung 2015 durch Behörden und NGOs / vorgelegt von: Verena Weixlbraun
Weitere Titel
Did we learn from it?Evaluation of the refugee movement management 2015 by authorities and NGOs
AutorInnenWeixlbraun, Verena
GutachterGratz, Wolfgang ; Celec, Andreas
Erschienen2018
Umfangix, 87 Blatt
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2018
Datum der AbgabeMai 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Evaluation / Evaluierung / Flüchtlingsbewegung / Flüchtlingskrise / High Reliability Organziations / Katastrophenmanagement / Krise / Krisenmanagement / Mindful Learning / Organisationaler Lernprozess / Policy Cycle / Sensemaking / Transitkrise
Schlagwörter (EN)evaluation / refugee movement / refugee crisis / High Reliability Organziations / catastrophe management / crisis / crisis management / Mindful Learning / Organizational Learning / Policy Cycle / Sensemaking
Schlagwörter (GND)Migration / Behörde / Nichtstaatliche Organisation / Krisenmanagement
URNurn:nbn:at:at-fhcw:1-3471 Persistent Identifier (URN)
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Haben wir daraus gelernt? [2.1 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Krisenevaluation und den daraus

folgenden Lernprozessen. Es wird untersucht ob und wie die Flüchtlingsbewegung im

Jahr 2015 evaluiert wurde und welche Erkenntnisprozesse bei den beteiligten Akteuren

daraus entstanden sind.

Die Flüchtlingsbewegung 2015 stellte zahlreiche europäische Staaten vor große

Herausforderung im Krisenmanagement. Vor allem die kurze Zeitspanne, in der die Krise

akut wurde, war im Nachhinein betrachtet die größte Herausforderung. Das Management

der Krise wurde bereits in vorangegangenen Studien durch Wolfgang Gratz und Ruth

Simsa beleuchtet. In dieser Arbeit wird die Evaluierung des Managements näher

betrachtet. Hierbei wurde zuvor eine theoretische Grundlage basierend auf der Literatur

des Krisenmanagements, der Evaluationsforschung und der organisationalen

Lernprozesse gebildet, um den Bogen zum empirischen Teil zu spannen. Im

theoretischen Teil wird immer wieder Bezug zum öffentlichen Sektor genommen und

dessen Besonderheiten hervorgehoben. Der theoretische Teil der Arbeit betont vor allem

die Wichtigkeit von High Reliability Organizations und Resilienz im Krisenmanagement

und zeigt, dass diese im öffentlichen Sektor derzeit noch nicht sehr ausgeprägt ist, nicht

zuletzt aufgrund der starren Hierarchie. Dieses Fehlen einer Krisenstruktur und einer

klaren Regelung der Zuständigkeiten hat zu einem Missmanagement geführt, das bereits

Gratz in seiner Studie dargelegt hat.

Um die Daten für die Auswertung zu erhalten, wurden acht ExpertInnen aus

Behörden und NGOs mittels eines leitfadengestützten Interviews befragt. Die Auswertung

erfolgte mit der induktiven Kategorienbildung nach Mayring.

Die Analyse hat gezeigt, dass sich die unklaren Strukturen aus der Ausarbeitung von

Gratz auch auf die Evaluierung bzw. auf die nicht vorhandene Evaluierung ausgewirkt

haben. Aufarbeitungsprozesse wurden punktuell und relativ abgeschlossen und

konzentriert in den einzelnen Organisationen durchgeführt. Die befragten ExpertInnen

haben bestätigt, dass es kein Übereinanderlegen der einzelnen Evaluierungen gab. Der

Austausch erfolgte lediglich in Zusammentreffen, in denen die Krise reflektiert, und die

Erkenntnisse in Protokollen festgehalten wurden. Systematische Evaluierungen blieben

jedoch aus, was dazu geführt hat, dass blinde Flecken und mögliche

Überschneidungspunkte in den Zuständigkeiten nicht oder nur teilweise aufgedeckt

wurden. Bei den Lernprozessen und Veränderungsimpulsen gab es durchaus Einigkeit

bei den ExpertInnen. Die Wichtigkeit von Strukturen und die Zusammenarbeit innerhalb

der Organisationen und mit der Zivilgesellschaft sowie die Flexibilität und die

Verantwortungsübernahme wurden nachhaltig betont. Die Ergebnisse der Interviews

lassen darauf schließen, dass sich der öffentliche Sektor und im Speziellen der Bund

nicht mit den Abläufen und Prozessen der Krise auseinandersetzen möchte. Diese Nicht-

Bereitschaft kann mehrere Gründe haben, die im letzten Teil der Arbeit diskutiert werden.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the crisis evaluation and the resulting learning processes. It

shall investigate if and how the refugee movement was evaluated in 2015 and which

cognitive processes arose among the actors involved.

During the refugee movement in 2015, many European states were confronted with a

major challenge in crisis management. In particular, the short period in which the crisis

became urgent was, in retrospect, the biggest challenge. The management of the crisis

has already been examined in previous studies by Wolfgang Gratz and Ruth Simsa. In

the following paper, the evaluation of the management is considered more closely. A

theoretical foundation based on the literature of crisis management, evaluation research

and organizational learning processes shall span the curve to the empirical part. The

theoretical part repeatedly refers to the public sector and highlights its particularities. The

first segment of the paper emphasizes the importance of High Reliabilty Organizations

and Resilience in crisis management, which is not yet very pronounced in the public

sector, not least because of the rigid hierarchy and processes. This lack of a crisis

structure and clear regulation of responsibilities has led to mismanagement, which Gratz

has already outlined in his study.

To obtain the data for the evaluation, eight experts from authorities and NGOs were

questioned by means of a guided interview. The evaluation was carried out using the

inductive category formation according to Mayring.

The evaluation has shown that the unclear structures from the analysis of Gratz also

affected the evaluation of the crisis. Evaluations were conducted on a point-by-point basis

and relatively closed and concentrated in each organization. The eight experts have

confirmed that there was no overlapping of individual evaluations. The crisis was reflected

in meetings and recorded in protocols, but there was no systematic work-up to uncover

blind spots and possible overlaps in responsibilities. In the learning processes and

change impulses there was quite a consensus among the experts. The importance of

structures and co-operation within organizations and with civil society, as well as the

flexibility and the assumption of responsibility were emphasized. The results of the

interviews suggest that the public sector, and especially the federal government, do not

want to deal with the evaluation of the crisis. This unwillingness may have several

reasons which will be discussed in the last part of the paper.

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