Titelaufnahme

Titel
Bedürfnisse nicht-anspruchsberechtigter obdachloser EU-Bürger*innen aus Expert*innensicht : Möglichkeiten und Grenzen in Bezug auf die ganzjährige Ausweitung des Nächtigungsangebots / vorgelegt von: Fiona Bejtullahi
Weitere Titel
Needs of non-entitled Homeless EU Citizens Based on Experts ViewsCapabilities and Boundaries in Terms of year-round Expansion of Sheltering Options
AutorInnenBejtullahi, Fiona
GutachterGombots, Roland ; Bengesser, Andreas
Erschienen2018
Umfangvii, 114 Blatt
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2018
Datum der AbgabeSeptember 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Obdachlos / Migration / Nicht-anspruchsberechtigt / Wiener Wohnungslosenhilfe
Schlagwörter (EN)Homeless / Migration / Non-entitled / Viennese Homeless Support Services
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Zusammenfassung (Deutsch)

Sozialarbeiter*innen aus niederschwelligen Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe berichten von einer stetig wachsenden Zahl obdachloser EU-Bürger*innen, die ihre Einrichtungen aufsuchen. Der Zugang zu professionellen Unterstützungsleistungen der Wiener Wohnungslosenhilfe bleibt ihnen jedoch größtenteils verwehrt, da sie weder Ansprüche auf Sozialversicherungsleistungen noch auf Leistungen der Sozialhilfe haben. Dabei lässt sich insbesondere ihre Nächtigungssituation als problematisch bezeichnen. Da seitens der Stadt Wien für nicht-anspruchsberechtigte obdachlose EU-Bürger*innen nur im Winter Nächtigungsangebote zur Verfügung gestellt werden, sind sie im Sommer darauf angewiesen im öffentlichen Raum zu nächtigen. In der bisherigen Literatur wurde dieser Umstand zwar beachtet, ist jedoch weitgehend unklar geblieben. Diese Masterarbeit präsentiert die Ergebnisse einer explorativen Studie zu den Bedürfnissen von nicht-anspruchsberechtigten obdachlosen EU-Bürger*innen aus Sicht von Expert*innen sowie zu den Grenzen und Möglichkeiten der Sozialarbeiter*innen hinsichtlich der Einführung eines ganzjährigen Nächtigungsangebots für diese Zielgruppe. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden insgesamt acht Expert*inneninterviews mit Sozialarbeiter*innen der Wiener Wohnungslosenhilfe geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Bedürfnis nach einem Schlafplatz grundlegend für die Befriedigung weitergehender Bedürfnisse der nicht-anspruchsberechtigten obdachlosen EU-Bürger*innen ist. Unter den befragten Sozialarbeiter*innen herrscht Konsens darüber, dass ein dringender Bedarf an einer ganzjährigen Ausweitung des Nächtigungsangebots besteht, um Arbeitsziele wie die langfristige Stabilisierung des Gesundheitszustandes der Klient*innen und (Re-)Integration in den regulären Arbeitsmarkt bzw. in weitestgehend eigenständige Wohnverhältnisse zu ermöglichen. Die Grenzen der Sozialarbeiter*innen in Bezug auf die Ausweitung des Angebots lassen sich an strukturellen Faktoren festmachen. Dazu zählen insbesondere die nationalstaatliche Migrationspolitik, ihre Auswirkungen auf Ebene der Stadt Wien sowie die gegenwärtige Förderpolitik des Fonds Soziales Wien. Um der strukturellen Ausgrenzung der obdachlosen EU-Bürger*innen entgegenzuwirken, ihre Inklusion in Angebote der Wiener Wohnungslosenhilfe zu fördern sowie auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen sind Interventionen durch professionelle Sozialarbeiter*innen dringend geboten. Drei mögliche Interventionsformen sind Lobbyarbeit, Bewusstseinsbildung und politischer Aktivismus mit dem Ziel, bestehende Lücken der Versorgung aufzuzeigen und eine Veränderung herbeizuführen.

Zusammenfassung (Englisch)

Social workers from low-threshold institutions of Viennese homeless support services are reporting on steadily growing number of homeless EU Citizens visiting their institutions. However, they are largely denied access to professional support services provided by Viennese homeless support, since they have no entitlement to social security benefits or social assistance benefits. In particular their accommodation options can be described as problematic. Since the City of Vienna provides emergency shelters for non-eligible homeless EU citizens only in winter, they are instructed to live rough in public spaces in the summer. Although this fact has been considered in the previous literature, it has remained largely unclear. This master's thesis presents the results of an exploratory, qualitative study on the needs of non-eligible homeless EU Citizens based on experts views, as well as the capabilities and boundarise of social workers regarding the implementation of a year-round housing for this target group. To answer the research questions, a total of eight expert interviews were conducted with social workers of the Viennese homeless support sevices. The results show that the need for housing is fundamental to meeting the further basic needs of non-eligible homeless EU citizens. Among the social workers surveyed, there is consensus that there is an urgent need for year-round expansion of accommodation options in order to enable work objectives such as long-term stabilization of client health and (re-)integration into the regular labor market or re-housing them in „normal“ accommodation. The bounderies of social workers in terms of expanding supply can be determined by structural factors. These include, in particular, the nation-state migration policy, its effects at the level of the City of Vienna and the current funding policy of the Social Welfare Fund (Fonds Soziales Wien). In order to counteract the structural exclusion of homeless EU citizens, to promote their inclusion in professional support of Vienese homeless support services and to influence political decisions, interventions by professional social workers are urgently required. Three possible forms of Intervention are lobbying, awareness-rising and political activism aiming to highlight the shortages in care and work towards change.