Titelaufnahme

Titel
Biopsychosoziale Arbeit in der Primärversorgung. Ansätze und Potentiale für einen interdisziplinären und interprofessionellen Umgang mit Gesundheit und Krankheit. / vorgelegt von: Gudrun Fritz
Weitere Titel
Biopsychosocial Work in Primary Health Care. Approaches and potentials for handling health and disease interdisciplinary and interprofessional.
AutorInnenFritz, Gudrun
GutachterSteiner, Elisabeth
Erschienen2018
Umfangix, 119 Blatt
HochschulschriftWien, FH Campus Wien, Masterarb., 2018
Datum der AbgabeNovember 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Biopsychosoziales Modell / Biopsychosoziale Arbeit / Primärversorgung / Interprofessionelle Zusammenarbeit / Interdisziplinäre Arbeit / Gesundheitsversorgung
Schlagwörter (EN)Biopsychosocial Model / Biopsychosocial Work / Primary Health Care / Interprofessional Collaboration / Interdisciplinary Work / Health Care
Schlagwörter (GND)Medizinische Versorgung / Psychosoziale Arbeit
URNurn:nbn:at:at-fhcw:1-4877 Persistent Identifier (URN)
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Biopsychosoziale Arbeit in der Primärversorgung. Ansätze und Potentiale für einen interdisziplinären und interprofessionellen Umgang mit Gesundheit und Krankheit. [2.99 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Thema und Forschungsfrage der Arbeit sind die Möglichkeiten zur Gestaltung von biopsychosozialer Arbeit in der Primärversorgung. Den Ausgangspunkt bilden die unterschiedlichen Zugänge zu Gesundheit und Krankheit und das biopsychosoziale Modell. Ziel dieses Modells ist die Berücksichtigung von biologischen, psychischen und sozialen Faktoren für Gesundheit und Krankheit. Seine Entwicklung basiert u.a. auf der Alma-Ata Erklärung der WHO von 1978, welche einen salutogenetischen an der Gesundheit orientierten und biopsychosozialen Blick auf Gesundheit und Krankheit einnimmt.

Die praktische Umsetzung des Modells ist aber unzureichend definiert und wird in wissenschaftlichen Beiträgen aus jeweils disziplin- bzw. professionsbezogener Sicht erörtert. Demgegenüber ist biopsychosoziale Arbeit auf interdisziplinäre und interprofessionelle Zugänge angewiesen, und könnte derart stärker in die österreichische Primärversorgung einfließen. Wie diese praktische Umsetzung erfolgen soll, wird nicht nur auf der Ebene der konkreten Arbeit mit KlientInnen behandelt werden. Vielmehr werden auch förderliche und hinderliche Bedingungen auf den darüber liegenden Ebenen von Team, Organisation, Disziplin, Politik und Gesellschaft diskutiert.

Der Zugang zur Forschungsfrage erfolgt ausgehend von historischen Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung, wissenschaftlichen Zugängen zu Gesundheit und Krankheit und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen im österreichischen Gesundheitssystem. Rolle und Stellenwert von sozialwissenschaftlichen Zugängen werden ebenso wie jene des biomedizinischen Zugangs erörtert. Die theoretischen Zugänge zum biopsychosozialen Modell und die Rolle der (Klinischen) Sozialen Arbeit in der Gesundheitsversorgung stellen ein Fundament für die empirischen Erhebungen dar. Als weiterer methodischer Zugang wurde die Grounded Theory gewählt. In deren Anwendung wurden Daten in Form von Feldnotizen im Rahmen von Kongressen zur Primärversorgung und Videoaufzeichnungen von ExpertInnenvorträgen in den Forschungsprozess eingeflochten. Darüber hinaus wurden zentrale Erkenntnisse aus zehn qualitativen Interviews mit unterschiedlichen ProfessionistInnen und ExpertInnen im Rahmen der Primärversorgung gewonnen.

Die Ergebnisse der Literaturanalysen und empirischen Erhebungen resultieren in einem umfassenden Modell biopsychosozialer Arbeit. Diese gestaltet sich in Abhängigkeit von KlientIn, ProfessionstIn, Team, Organisation und Disziplin und ist in die institutionelle und gesellschaftspolitische Ebene eingebunden. Darüber hinaus hängt biopsychosoziale Arbeit vom (inter-)disziplinären Zugang ab. Einzelne ProfessionistInnen können am biopsychosozialen Modell orientiert und im Idealfall mit einem interprofessionellen Team vor Ort gemeinsam mit dem Klienten bzw. der Klientin arbeiten. Der/die KlientIn ist als Experte bzw. Expertin seiner/ihrer Lebenswelt zu sehen und im Rahmen der Arbeit zur Selbstfürsorge zu ermächtigen. Interventionen haben am Klienten bzw. an der Klientin und seinem/ihrem System orientiert auf allen relevanten Ebenen, insbesondere Person, Familie, Arbeit, Gemeinde und Gesellschaft zu erfolgen.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with potentials approaches of biopsychosocial work in primary health care. The starting point is the different approaches to health and disease and the biopsychosocial theoretical model. This model aims at considering biological, psychological and social factors for health and disease. Its development rests fundamentally on the WHO's 1978 Alma-Ata Declaration, which takes a salute-genetic, health-oriented, and biopsychosocial view of health and disease.

However, the practical implementation of the model is poorly defined. Scientific papers discuss the model from a disciplinary or professional point of view. In contrast biopsychosocial work should rely on interdisciplinary and interprofessional approaches. By doing so it could be incorporated into the Austrian primary health care system. The thesis discusses how this practical implementation should be done. It considers not only the level of the work with clients, but also beneficial and hindering conditions on the higher levels of team, organization, discipline, politics and society.

Answers are given considering the historical developments in health care, scientific views on health and disease, and socio-political conditions in the Austrian health system. The role and significance of social science approaches and biomedicine are discussed. Theory on biopsychosocial modeling and the role of (Clinical) Social Work in health care lay the foundation for the empirical part of the thesis. Grounded theory was chosen as the methodological approach. Data was sampled in the form of field notes in the context of conferences on primary care and on video recordings of expert lectures. Furthermore, central insights in the research question are acquired from ten qualitative interviews with health care professionals in different disciplines as well as experts in primary health care.

The results of the literature analysis and empirical surveys result in a comprehensive model of biopsychosocial work. Its structure considers the different levels of client, professional, team, organization and discipline and is framed by the institutional and socio-political level. In addition it is shown that biopsychosocial work depends on a (inter ) disciplinary approach. Ideally individual professionals guided by the biopsychosocial model work with an interprofessional team on site together with the client. The client should be looked at as an expert in his or her life and thus be empowered as part of the self-care work. Interventions should be oriented towards the client and their eco-system, particularly the person itself, their family, work, community and society.

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