Titelaufnahme

Titel
Auf die Plätze-fertig-los! : Eingewöhnung leicht gemacht? Eine empirische Untersuchung von adaptierten Eingewöhnungsmodellen für den Kindergarten
Weitere Titel
On your marks, ready to go! Familiarisation made easy? An empirical study of adapted familiarisation models for kindergartens
AutorInnenBauernhofer, Bettina
GutachterEckstein-Madry, Tina
Erschienen2019
Datum der AbgabeFebruar 2019
SpracheDeutsch
DokumenttypBachelorarbeit
Schlagwörter (DE)Eingewöhnung / Eingewöhnungsmodelle / Elementarpädagogik / Kindliche Verhaltensdimensionen / Interaktion / Emotion / Exploration / Containment / Sensitive Responsivität / Kindliche Trennungserfahrungen / Beziehungs- und Interaktionsprozesse / Basisbezugspersonen
Schlagwörter (EN)familiarisation / familiarisation models / elementary pedagogy / child behavioral dimensions / interaction / emotion / exploration / containment / sensitive respousivity / childlike experiences of separation / relationship and interaction processes / basic reference persons
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Bachelorarbeit widmet sich der Untersuchung von adaptierten Eingewöhnungsmodellen für Kindergartenkinder, welche erste Trennungserfahrungen von Basisbezugspersonen ab einem Alter von drei Jahren machen. Dazu wurden Eingewöhnungsmodelle, welche zwar für die Kinderkrippe entwickelt wurden, aber als adaptionsfähig für den Kindergartenbereich bezeichnet werden, erläutert (vgl. Laewen, Andres, Hedervari-Heller 2015: 14). An dieser Stelle eröffnete sich die zentrale Forschungslücke in Bezug auf das Fehlen von Erkenntnissen über die tatsächliche Adaption der Modelle und in welcher Weise diese eine unterstützende Wirkung auf den Prozess der Eingewöhnung von über dreijährige Kindergartenkinder haben. Um diese Forschungslücke ein Stück weit schließen zu können, wurden anhand der Kriterien gelungener Eingewöhnung, welche das Forschungsteam der Wiener Kinderkrippenstudie formulierte, Fragebögen entwickelt. Auf diese Weise wurde in drei steirischen Kindergärten, die unterschiedliche Eingewöhnungsmodelle adaptierten, die kindlichen Verhaltensdimensionen von den aktuell einzugewöhnenden Kindern der jeweiligen Gruppe aus Eltern- und Pädagoginnensicht erhoben. Eine der Pädagoginnen adaptierte das Berliner Eingewöhnungsmodell für den Eingewöhnungsprozess ihrer Kinder, und eine weitere das Münchner Eingewöhnungsmodell. Dazu wurde parallel, als Kontrollgruppe, ebenfalls in einem Kindergarten ohne konkretes Eingewöhnungskonzept erhoben.

Die Ergebnisse zeigten, dass Eingewöhnungsmodelle so adaptiert werden müssen, dass sie in jedem Fall das Wohlergehen des Kindes im Fokus haben. Gut adaptierte Eingewöhnungsmodelle zeigten sich in den Resultaten ausgesprochen hilfreich, um die Kinder im Prozess der Eingewöhnung zu unterstützen, zeigten aber im Vergleich mit der Kontrollgruppe kaum Signifikanz. Statistisch signifikant und wichtig hingegen zeigte sich die Mitwirkung von Basisbezugspersonen am Eingewöhnungsprozess. Die expliziten Haltungen dieser gaben aber Hinweise darauf, dass sie der Einrichtung gegenüber eher eine Konsumhaltung entgegenbringen.

Als pädagogische Konsequenz sind, um das Fachwissen von Fachkräften über Eingewöhnungsmodelle zu steigern, in jedem Fall einschlägige Fortbildungen anzudenken. Weiters gab es in den expliziten Haltungen der Fachkräfte Hinweise darauf, dass den Kriterien gelungener Eingewöhnung wenig Wichtigkeit zugemessen wird. Regelmäßige Selbstreflexionen mit externen Professionisten könnten diesbezüglich positive Veränderungen bewirken. Letztendlich sollten in diesem Sinne auch Elternabende angedacht werden, da Informationen über die enorme Bedeutung der Mitwirkung von Basisbezugspersonen im Prozess der Eingewöhnung auch deren explizite Haltungen ins Positive entwickeln könnten.

Zusammenfassung (Englisch)

The present bachelor thesis is dedicated to the investigation of adapted familiarization models for kindergarten children who have had their first experiences of separation from basic reference persons from the age of three. To this end, familiarisation models were explained, which were developed for the crèche but are described as adaptable for the kindergarten sector (cf. Laewen, Andres, Hedervari-Heller 2015: 14). At this point, the central research gap opened up with regard to the lack of knowledge about the actual adaptation of the models and how these have a supporting effect on the process of familiarisation of kindergarten children over three years of age. In order to close this research gap to some extent, questionnaires were developed on the basis of the criteria of successful familiarisation formulated by the research team of the Vienna Crèche Study. In this way, in three Styrian kindergartens, which adapted different familiarisation models, the child's behavioural dimensions were collected from the parents' and pedagogues' point of view by the children of the respective group currently to be familiarised with. One of the teachers adapted the Berlin familiarisation model for their children's familiarisation process, and another adapted the Munich familiarisation model. Parallel to this, as a control group, also a kindergarten without a concrete familiarisation concept was surveyed.

The results showed that familiarisation models have to be adapted in such a way that they always focus on the well-being of the child. Well adapted familiarisation models proved to be extremely helpful in supporting the children in the process of familiarisation, but showed little significance in comparison with the control group. Statistically significant and important, however, was the participation of basic reference persons in the familiarisation process. However, the explicit attitudes of these persons indicated that they were more likely to adopt a consumption attitude towards the institution.

As a pedagogical consequence, in order to increase the specialist knowledge of skilled workers through familiarisation models, relevant further training should always be considered. Furthermore, there were indications in the explicit attitudes of the skilled workers that the criteria of successful familiarisation were given little importance. Regular self-reflexions with external professionals could bring about positive changes in this respect. Finally, parents' evenings should also be considered in this sense, since information about the enormous significance of the participation of basic reference persons in the process of familiarisation could also develop their explicit attitudes into positive ones.